Westblick #1: Mainzelmännchen

Unser Exilant gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Unser Exilant gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Ob aus dem Frankenland oder  von Westen gesehen, die Tabelle ist momentan ein wenig hilfreiches Instrument zur Standortbestimmung. Vierzehnter. Da geht der Blick eigentlich klar nach unten. Keine Panik, 3 Punkte Vorsprung sinds. Zu Platz 6 und zur Europaleague aber auch. Also Blick nach oben? Ein Sieg gegen Wolfsburg allein macht den Braten ja nicht fett, oder? Da muss eigentlich ja nachgelegt werden.  Mainz, ja die haben ja auch nur 3 Punkte mehr. „Sogar“ Fürth hat gegen die gewonnen. Die Flexmer!

Wie gesagt, die Tabelle ist hier kein guter Ratgeber, denn unsere Punktzahl rührt noch immer im Wesentlichen aus den ersten drei Spielen her. Kämpferisch engagiert und geordnet waren alle drei Auftritte, auch wenn in Gladbach gleich zwei Gegentore zugelassen wurden. Eine Tugend, die uns danach lange abging. Die Tore fielen aber fast ausschließlich durch Standards, auf die sich der Gegner quasi auf Balitschs Zuruf hin eben etwas einfallen ließ. Aus dem Spiel heraus tat und tut sich unser Glubb weiter schwer, auch wenn es gegen die Wölfe phasenweise besser aussah. Es hakt noch immer an vielen Stellen. Zwar zeigten sich insbesondere beide 6er enorm verbessert und funktionierte gerade das Pressing um ein vielfaches besser, doch sind die Spielzüge des FCN weiterhin durchschaubar, auf Zufall basierend und mit zu viel Kopf durch die Wand. Es fehlt weiterhin an der Fähigkeit, schnelle und flüßige Angriffskombinationen vorzutragen, anstatt sich auf das individuelle Durchsetzungsvermögen zu verlassen. Zwar wurde das Spiel häufig gut verlagert, aber mit dem gewonnenen Raum dann oft wenig angestellt. Großchancen kamen so kaum zustande, wenn auch insgesamt etwas mehr Druck aufkam als zuletzt. Trotzdem seien die ersten zarten Ansätze der Erholung lobend erwähnt. Um diese zu konservieren, sollte Dieter Hecking möglichst wenig an der Startelf ändern. Auch einen Pinola kann man mal draußen lassen, wenn die Form ist wie zuletzt und sein Vertreter hat es schließlich mehr als ordentlich gemacth. Rückkehrer Mak ist wohl erstmal nur die Jokerrolle zugedacht und für Schäfer kommt das Spiel den letzten Berichten zufolge noch zu früh.

Nun der Blick zu Mainz. Und da muss man neidlos anerkennen, dass diese sich trotz nur 3 Punkten mehr spielerisch auf höherem Niveau bewegen. Die Niederlage gegen Bremen war unglücklich, denn eigentlich war Mainz das bessere Team und zeigt Kombinationen und offensive Ideen, die unsere Verteidigung sicher in den 90 Minuten das eine oder andere Mal beschäftigen dürften.
Anstatt auf die Tabelle zu schauen und den Blick nach oben zu richten, sollten wir also eher demütig sein. Ein Punkt braucht es aber, damit wir nicht demnächst wieder in den Abgrund blicken. Und der ist, wenn wir uns auf unsere Tugenden besinnen und fleißig wie die Mainzelmännchen sind, auch drin. Oder mehr.

 

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