Westblick #22 Beziehung in der Krise – Kommentar zum aktuellen Konflikt zwischen Verein/Mannschaft und Fans.

Der Exilfrange gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Mein Blick vom tiefen Westen der Republik auf das Geschehen in Nürnberg

Blicken wir für einen kurzen Moment zurück auf den Morgen des 13.04.2013. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich viele Clubfans auf dem Weg nach München, nach einer sportlich zuletzt sehr erfolgreichen Zeit fieberte man dem Auftakt zu den Derbywochen euphorisiert entgegen. Heute, nur gute zwei Wochen später, könnte die Stimmungslage kaum gegenteiliger sein. Was ist passiert? Nun, zum einen lief es sportlich nicht mehr. Die Mannschaft war in München mit dem 4:0 noch gut bedient, gegen Fürth passierte – trotz im Gegensatz zur Pokalniederlage gegen selbigen Gegner – durchaus erkennbarer Leistungsbereitschaft das nach dem Abstieg zweitschlimmste Szenario: das Derby ging verloren, zum zweiten Mal in Folge an dieser Stelle. Eine Bundesligaderbybilanz wie sie auf absehbare Zeit nicht mehr korrigierbar sein wird, da blieb einem jegliche Häme gegenüber den Absteigern aus dem Westen im Halse stecken. Und obendrauf gab es dann eine spielerisch beschämende Vorstellung in Hoffenheim, wo man wiederrum mit dem Ergebnis mehr als gut bedient war, der gegnerische Trainer hielt gar Ausgänge im Bereich von 5:1 bis 6:1 für verdient, eine Einschätzung, der man sich nach Ansicht aller Hoffenheimer Großchancen eigentlich nur anschließen kann.

Dass über all diese Geschehnisse die Fanzufriedenheit leidet, ist nicht schockierend. Dass die Unzufriedenheit teilweise übertrieben emotionsgeladen ausgelebt wird, ist dabei ebenfalls ein Stück weit normal, auch wenn hiermit keinesfalls alles gutgeheißen sein soll. In der aktuellen Entwicklung manifestierte sich die Emotionalität in der Form, dass Raphael Schäfer in Gesprächen vor dem Derby gegen Fürth die Wichtigkeit desselben verdeutlicht wurde. Bereits hierüber kam es zwischen ihn und Anwesenden beim Training zu verbalen Scharmützeln. Nach der Niederlage brachte sich der Kapitän dann mit unglücklicher Trotzigkeit weiter in die Schusslinie, als er erklärte, dass er sich die gute Saison nicht wegen einem Spiel schlechtreden wollen lasse. Eine Aussage, die zwar im Kern richtig ist (38 Punkte zu diesem Zeitpunkt waren und sind keine schlechte Hausnummer), aber einfach jedes Verständnis für die emotionale Lage der Fans und der Bedeutung des Derbys vermissen ließ. Einen Tag später versuchte er dies zu korrigieren, doch da war das Kind bereits in den Brunnen gefallen und die Empörungswelle gegen ihn rollte. Möglich, dass diese Meldung zu diesem Zeitpunkt auch einfach unterging, denn prominenter platziert war selbstverständlich die mit der „guten Saison“ direkt nach dem Spiel.

Das blieb jetzt an ihm haften, ob man das befürwortet oder nicht, es hat seine Nachvollziehbarkeit, denn Teile der Fans fühlten sich und ihre Gefühle für das Derby hier unverstanden und nicht genügend gewürdigt. Ultras Nürnberg bewog dies dazu, in Hoffenheim Liebesentzug zu praktizieren.

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Wink mit dem Zaunpfahl.

Die Begründung war auch hier das Gefühl, dass die Mannschaft und insbesondere der Kapitän die Bedeutung eines Derbys nicht wirklich verstehe. In Hoffenheim also schweigende Ultras, allerdings auch keine pfeifenden oder gar beleidigenden. Die Anfeuerung durch diese über 90 Minuten ist dabei eigentlich Teil ihres Selbstverständnisses, aber letztlich liegt die Entscheidung ob sie singen oder nicht, ganz allein bei ihnen. Es gibt keine Verpflichtung beim Kauf einer Eintrittskarte, diese außer mit Euros auch mit Anfeuerung zu bezahlen. Und es liegt auch in der Natur der Sache, dass es nach drei vergeigten Spielen in Folge Pfiffe gibt, egal wie man das wiederrum beurteilt. Das sollte für Profisportler eigentlich auch nicht neu sein.

Trotzdem entschied sich der 1. FC Nürnberg dazu, in einer Stellungnahme deutliche Kritik an den Fans zu üben. Damit knüpft er in seinem Vorgehen an das des Vizekapitäns Hanno Balitsch an, der zuvor ebenfalls harsch über das Verhalten von Teilen der Fans geurteilt hatte. Nun sei an dieser Stelle angemerkt, dass weite Teile beider Kritiken durchaus ihre Berechtigung haben. Es ist richtig, dass Pfiffe von Minute 1 an letztlich eher kontraproduktiv sind. Es stimmt, dass Manchem die Sachlichkeit abgeht und dass es Grenzen der Kritik gibt. Und wenn Menschen verletzt werden, ist es das allemal wert, dies kritisch anzusprechen.

Das Problem an diesen Stellungnahmen ist die Art und Weise.

Hanno Balitsch beklagte sich, „dass man die Derby-Niederlage – auch wenn die Emotionen da natürlich besonders hochkochen – nicht mit ein bisschen Abstand etwas sachlicher zu sehen versucht. Das hätte ich den Leuten schon zugetraut. Aber sie haben heute wieder bewiesen, dass sie es nicht können.“ Dabei differenziert er nicht, dass zum Beispiel nicht alle und auch nicht die schweigenden Ultras gepfiffen hatten, sondern nur kleine Teile der Fans. Er aber pauschalisiert und spricht verallgemeinernd von „den Leuten“. Gleichzeitig wirkt die Kritik durch den Zeitpunkt so, als wollte er von der eigenen schlechten Leistung (kicker Note 5) ablenken, denn über die (und diejenige vom der Rest der Mannschaft) hätte er sich ansonsten an dieser Stelle äußern sollen und wohl auch müssen. Fremdkritik statt Selbstkritik, das bringt die Leute naturgemäß weiter gegen einen auf, somit muss man die Stellungnahme Balitschs leider als weiteres Öl ins Feuer charakterisieren, auch wenn auch einem Profispieler kurz nach Abpfiff ein gesundes Maß an Enttäuschung und Emotionalität zugestanden sei.

Eine ähnliche Milde kann das Statement des Glubbs dagegen nicht erwarten, war hier doch genügend Zeit vergangen. Der Stil dieser Veröffentlichung muss in Teilen aber als viel zu anklagend, nebulös und unsachlich beschrieben werden. Dabei ist auch hier wieder viel Richtiges enthalten. Die Lage ist nicht so verzweifelt, dass man Beleidigungen im größeren Stil austeilen müsste, die in Hoffenheim erfolgte Verletzung einer Ordnerin ist ein unschöner Vorfall, die wir im Fußballstadion nicht sehen möchten. Martin Bader kritisiert zu Recht das Ignorieren von Schäfers Richtigstellung der eigenen Aussage und weiterer Statements der Spieler, bei denen die Wichtigkeit des Derbys durchaus anerkannt wurde.

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Die Derbyniederlage schmerzte viele Fans besonders – und führte zu teilweise überzogener Kritik an der Mannschaft.

Auch wurde ein wenig so getan, als habe die Mannschaft nicht versucht die Niederlage abzuwenden, dem sei entgegnet, dass der Glubb sich eigentlich eine ausreichende Anzahl von Chancen erkämpfte um mindestens einen Punkt zu holen und Fürth eigentlich aus anderthalb Chancen ein Tor machte. An der Einstellung der Spieler mangelte es also weniger als am Glück und wohl auch an der eigenen Qualität, ein defensiv stehendes Team niederzuringen. Diese falschen Vorwürfe werden also ebenfalls zu Recht kritisiert. Zudem schafft der Verein in der Stellungnahme, was zuvor Schäfer und auch Balitsch (der die Emotionen zwar thematisiert, aber als Begründung gleich wieder wegwischt) versäumten: Er nimmt sich die Zeit klarzustellen, dass die Enttäuschung der Fans sei nachvollziehbar und auch ihre „Unmutsäußerungen und Pfiffe seien bis zu einem bestimmten Grad tragbar und Teil der Emotionalität und Fankultur, mit der die Anhänger mit ihrem Verein mitleiden und mit fiebern“. Ähnliches Verständnis für Wut und Enttäuschung der Fans wurde bereits nach der Derbyniederlage am Wochenende davor veröffentlicht.

Von diesen Lichtblicken abgesehen, enthält die Stellungnahme aber auch viel, was beim engagierten Fan nur Kopfschütteln hervorruft.  „Die Mannschaft hat bis zur Nachspielzeit das Gefühl gegeben, das Blatt noch wenden zu können“, meint etwa Martin Bader im Bezug aufs Derby. Eine Einschätzung, die zwar nicht völlig falsch ist, weil Einsatz durchaus vorhanden war, aber die unterschlägt, wie ausrechenbar das Nürnberger Angriffsspiel war. Selbst die drittschlechteste Verteidigung der Liga (bei einem derart defensiven Team eine echte Hausnummer) hatte so kaum Probleme uns vom gegnerischen Tor fernzuhalten – außer bei Standards. Die waren wie immer gefährlich, aber das kann auch einfach nicht der Plan sein, sich nur auf diese zu verlassen.  Hier wird das eigene Scheitern verharmlost und damit die Entrüstung der Fans dadurch als irrational dargestellt, auch wenn zugestanden sei, dass diese teilweise so klangen, als hätte es die Mannschaft nicht wenigstens versucht. Das hat sie. Weiteres Kopfschütteln wird durch diverse nebulöse Anschuldigungen hervorgerufen, die man besser entweder konkret formulieren, oder ganz unterlassen sollte. Zum einen wäre da die Formulierung, dass „Spieler des 1. FC Nürnberg in der Nacht von Samstag auf Sonntag kontaktiert und verbal angegriffen“ worden seien. Dies kann man sicher nicht gutheißen, allerdings fragt man sich doch, was genau vorgefallen ist. Zwischen dem zufälligen Treffen mit Spielern auf der Straße, denem man die Meinung mitteilt und dem Aufsuchen der Spieler zu Hause, liegen zum Beispiel Welten, die Stellungnahme konkretisiert die Vorwürfe aber nicht. Der FCN hätte hier die Chance gehabt, sollte dies tatsächlich so gewesen sein, dies sehr viel deutlicher zu berichten und dann entsprechend auch zu bewerten. So ist es eine halbgare Anschuldigung, bei der niemand weiß worum es eigentlich geht. Wem soll das also zu denken geben? Angesichts dieser Formulierung wäre es besser gewesen, dies gleich ganz wegzulassen, da sie so nur Spekulationen schürt und die Versachlichung der Diskussion behindert. Auch beim Verein schien man da Nachbesserungsbedarf gesehen zu haben denn auf der Infoveranstaltung zu den Stimmungsblöcken (auch hier: die prominentere Veröffentlichung ist die auf der Homepage und die ist viel zu vage und damit unsachlich) gab es vor den dort Anwesenden weitere Informationen. So soll es sich um einen wütenden Anruf auf der Mailbox eines Spielers, sowie verschiedene SMS gehandelt haben, ein Vorgang der sicher kritikwürdig ist, aber dann auch so als konkreter Vorwurf in die offizielle Stellungnahme gemusst hätte.

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Fans machen nicht nur hübsche Choreos, sie machen auch mal Stunk – und damit muss man umgehen können.

Als zweites Beispiel kann die Kritik am Auspfeifen eines Einzelnen hergenommen werden. Warum benennt der Verein hier nicht das Ziel der Attacken (es soll sich um Schäfer handeln)? Dann könnte sich jeder überlegen, ob dessen Aussagen dieses Verhalten ihrer Ansicht nach rechtfertigen oder eben nicht. So bleibt es ein unpräzise gerichteter Vorwurf, der die gesamte Vorgeschichte dieser Pfiffe unterschlägt. Ob man Zeichen der Entrüstung bis hin zum Stinkefinger wirklich als „blanken Hass“ bezeichnen muss, ist zudem die Frage. Man kann sich sicher sein, dass niemand eine Auswärtsfahrt mit all ihren Unannehmlichkeiten auf sich nimmt, der nicht prinzipiell hinter dem Verein und seinen Spielern steht und den rot-schwarzen Farben Liebe und nicht Hass entgegenbringt. Kommen wir zur Schilderung  der Situation rund um die Verletzung der Ordnerin. Es ist die Rede von einem Treten der Nürnberger Fans aus nichtigem Anlass. Damit liegt also für den Verein lange vor Abschluss polizeilicher Ermittlungen und gefühlte Äonen vor einer juristischen Aufarbeitung (bis zu der in Deutschland die Unschuldsvermutung gilt) die Schuldfrage auf der Hand. Und an wen richtet sie sich? An eine nicht näher genannte „Fangruppierung“. Jeder, ja JEDER denkt jetzt sofort an die Ultras, weil sie nunmal die prominenteste Fangruppierung der Fanszene sind. Der Verein hätte hier  also genauso gut Ultras schreiben können, oder aber auf diesen Nadelstich gleich besser verzichtet. Denn letztlich (wenn man den Gerüchten glauben schenkt) handelte es sich um das Fehlverhalten EINER Person, welches keinesfalls auf eine ganze Fangruppierung oder die Fans im allgemeinen übertragen werden darf. Eine ähnlich schnelle Verurteilung der Fans durften wir allerdings auch schon beim letzten verlorenen Derby gegen Fürth erleben, als Ralf Woy nicht davor zurückschreckte, einen (zugegeben sehr sinnlosen) Ausflug auf die Tartanbahn als „kriegsähnliche Zustände“ zu geißeln. Diese Form der wütenden Unsachlichkeit seitens des Vereins führt zu gar nichts, außer noch mehr Fanentrüstung, hier wäre es viel klüger, den Fans mit Verständnis und eher milder Strenge zu begegnen, als kategorische Verurteilungen auszusprechen.

Dabei hatte es für Besserung in dieser Frage noch unlängst zaghafte Hoffnung gegeben, als nach den Vorfällen in München der Verein sehr besonnen reagierte und vorschnelle öffentliche Verurteilungen unterließ, obwohl für die Polizei die Schuldfrage doch eindeutig war. Eine klare Positionierung pro Fans blieb aber aus und das obwohl es Augenzeugenberichte mit gegenteiligem Inhalt es dieses Mal in alle wichtigen Medien schafften. Ein Vorgang mit Seltenheitswert, der zumindest ein Indiz ist, dass hier die Darstellung der Polizei möglicherweise nicht vollständig der Wahrheit entsprach. Angesichts der letzten beiden Beispiele muss daher auch der Aussage Baders widersprochen werden, man habe sich „in der Vergangenheit oft vor unsere Fans gestellt und Geschehnisse, ob es gewaltvolle Übergriffe oder der Einsatz von Pyrotechnik waren, differenziert betrachtet“. Dies bei Sicherheitsbesprechungen oder auch Gesprächen mit der DFL der Fall gewesen sein, öffentliche, klare Bekenntnisse zu den Fans sind aber weiterhin Mangelware. Dem Verein ist dieser Wunsch nach mehr Rückhalt durchaus bekannt, denn er kooperierte zum Beispiel mit uns zum Thema Sicherheitspapier, wo unter dem Punkt „mehr Mut“ genau dieses Vorgehen vom Verein eingefordert wurde. Den entsprechenden Artikel hat man sicher auch beim Verein gelesen, schließlich lieferte man umfassende und exklusive Informationen und war sicher auf das entsprechende Produkt gespannt, ja er landete auch schnell im offiziellen Pressespiegel. Unwissenheit kann hier als Begründung daher nicht gelten.

Alles in allem steht also viel Wahres in der Stellungnahme, sie ist aber im Stil (wie schon bei Schäfer und Balitsch) ziemlich ungeschickt und daher wenig geeignet, die Wogen schnell wieder zu glätten. So manche Formulierung kann sich sogar als kontraproduktiv erweisen, da sich manche Fans wieder nicht verstanden und in ihrer Motivation unehrlich dargestellt fühlen können. Da stellt sich die Frage, warum man beim Verein nicht mal vor Veröffentlichung einer solchen Stellungnahme die eigenen Ressourcen ausschöpft und die Fanvertreter im Aufsichtsrat um Beratung bittet. Dass man dies nicht getan hat (hier lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass keiner der Beiden dieses Endprodukt so abgesegnet hätte) ist dann die Krönung des Ganzen und zeigt, dass man die Fanbelange beim FCN leider immer noch nicht mit der nötigen Sorgfalt behandelt, sondern sich lieber in ein Schneckenhaus zurückzieht und mit Gegenangriffen antwortet.

Lieber FCN, wir lieben dich doch, trotz Derby, trotz 3 Niederlagen am Stück. Versteh doch endlich einmal, was in uns vorgeht und dass wir eigentlich auf deiner Seite stehen. Danke.

Zum Schluss noch eine klare Positionierung der IG Zukunft, damit kein falscher Eindruck entsteht.

1. Sollte wirklich ein Fan des 1. FC Nürnbergs außerhalb einer Notwehrsituation oder ähnlich nachvollziehbaren Umständen einer Ordnerin in Hoffenheim den Kiefer gebrochen haben, lehnen wir dies entschieden ab. Im Moment ist die Gerüchtelage so, dass die Hoffenheimer Ordner die Kontrolle der Zaunfahnen in ausdrücklicher Abwesenheit der Fans vornehmen wollten (ein durchaus seltsames und hinterfragenswürdiges Vorgehen) und daraufhin eine Person eskalierte. Sollte dies wirklich so gewesen sein, ist das nicht zu entschuldigen.

2.  Sollten Spieler oder Vereinsverantwortliche in ihrer Privatzeit verbal oder gar darüber hinausgehend angegangen worden sein, beispielsweise über kolportierte beleidigende Anrufe, lehnen wir dies entschieden ab.

3. Spuckattacken und ähnliche Entgleisungen, wie sie in Hoffenheim vorgekommen sein sollen, sind trotz des blutleeren Auftrittes dort nicht der allgemeinen sportlichen Situation angemessen und werden von uns ohnehin abgelehnt.

4. Sowohl Spieler als auch Verein haben prinzipiell das gute Recht Fankritik zu erwidern. Sie sollten aber mit gutem Beispiel was Sachlichkeit, Offenheit und Fairness angeht, vorangehen und die Fans darin auch stets übertreffen. Hier sehen wir auch auf Vereinsseite deutlichen Verbesserungsbedarf.

Bildquelle: www.fcn.de

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16 Kommentare zu Westblick #22 Beziehung in der Krise – Kommentar zum aktuellen Konflikt zwischen Verein/Mannschaft und Fans.

  1. Sillygolfer sagt:

    Super geschrieben und spricht mir aus der Seele!

    Eventuell auch mal an Nürnberger Medien schicken?

    • Exilfrange sagt:

      Dankeschön. Und der Vorschlag ist eine Überlegung wert, evtl. verlinkt es aber auch der Verein selbst. Schaumer mal.

  2. Metzgermeister Ralf sagt:

    hinter der 38 fehlt eine ‚Punkte‘

    ansonsten sehr schön geschrieben!

  3. Sierra sagt:

    Finde den Artikel auch sehr gut geschrieben. Der Vorschlag mit den Nürnberger Medien ist gar nicht so verkehrt, könnte mir durchaus vorstellen, dass man daraus eine Story machen könnte!

  4. Laubi sagt:

    Hab Pipi in die Augen! 😛

    Im Ernst: sehr gut geschrieben, Exilfrange!
    Ich denke, Du sprichst vielen Fans aus dem Herzen.

    Weiter so.

  5. wurm sagt:

    Na ja ich sehen den Artikel etwas anders. Ich finde einige der angeblich so treuen Fans sollten erst mal vor Ihrer eigenen Türe kehren bevor Sie den Verein und die Mannschaft angehen. Oft frage ich was erwartet Ihr alles vom Verein, Medien, Polizei und von den anderen treuen unorganisierten Fans alles? Ihr seid nicht der 1.FC Nürnberg und Ihr kauft euch keine Anteilscheine am Verein und der mannschaft mit euren Dauerkarten und Tikets. Habt Ihr schon mal überlegt wieviel Strafe der 1.FC Nürnberg wegen Euch an die DFL zahlen musstet? Nein und Ihr habt absolut kein Recht die Mannschaft den Verein anzugreifen das über das normale Verhalten hinaus geht. Es geht um ein Spiel und um den Spaß darum nicht um Leben und Tod. Respekt, Toleranz darf jeder vom Anderen erwarten genauso wie Gewaltlosigkeit.
    Ich denke es ist Zeit wieder normal zu werden Ihr lebt alle noch auch nach der Derbyniederlage gegen Fürth. Das bild was oft von Euch so treuen und herzzereissenden Fans gemalt wird ist im Umfeld des Vereines der anderen Fans nicht so toll und denke halten sehr viele für nicht Gut.
    Sportliche Grüße Die Legende lebt.

    • Ozz sagt:

      Kaufe ich mir denn mit einer Mitgliedschaft im VEREIN Anteilscheine? Und darf man als Mitglied dann mehr denn als „nur“ Dauerkartenbesitzer? Es geht hier um einen Verein, der die Region, die Stadt und die Bewohner repräsentiert! Wenn Du schon das Beispiel Anteilscheine bringst – es gibt auch Stakeholder, die keine Shareholder sind, selbst diesen wird in der freien Wirtschaft i.d.R. ein Mitspracherecht eingeräumt! Mag sein, dass Du das anders siehst aber für viele ist der Verein – gerade bei einem Derby – eine Frage von Ehre und Stolz, nicht von Punkten und Geldbeträgen oder gar Spaß! (Ich persönlich fahre allein für jedes Heimspiel knapp 300km einfach und habe oft genug keinen Spaß an dem was auf dem Platz gezeigt wird.)

      • wurm sagt:

        Auch ich fahre zu jedem Heimspiel fast die gleiche Entfernung wie Sie und bin Mitglied und Dauerkarteninhaber. Leider meinen aber viele „Fans“ das Sie beim Kauf einer Dauerkarte oder Mitgliedschaft sich das Recht erkaufen und oder beinhaltet Alle zu beleidigen oder unter der Gürtellinie zu behandeln. Das Verurteile ich als Fan und oft muss man sich dafür schämen wie sich einige Fans des 1.FC Nürnberg verhalten und aufführen. Auch eine Derbyniederlage gibt niemanden das Recht Spieler, Verein und andere Fans zu beleidigen oder Gewalt anzudrohen. Es ist nur ein Fußballspiel und ich denke das kein Fan durch die Derbyniederlage gegen die Kleebladdl bleibende Schäden oder sonstige Spätfolgen erlitten hat und damit die Grundlage für ein ausfallendes Verhalten zu rechtfertigen.

        • Ozz sagt:

          Meiner Meinung nach hat hier niemand behauptet, dass Beleidigungen unter der Gürtellinie oder gar Gewaltandrohung okay seien. Allerdings schämt sich nicht jeder für dieselbe Sache – ich schäme mich eher für das was die Spieler in den letzten beiden Spielen abgeliefert haben, sowie für das ein oder andere Statement von Spielern im Anschluss an diese Spiele. Spiele kann man verlieren – auch Derbies, das habe ich selbst schon als Aktiver – aber m.M.n. kommt es auf die Art und Weise an! Ein Support-„Boykott“ ist hier ein m.M.n. adäquates Mittel und zumindest ich habe nichts davon mitbekommen, dass Supportwilligen am Samstag der Support „verboten“ wurde. Die Halsabschneider-Gesten finde ich zwar fehl am Platz, doch muss man diese beiden Arten der Unmutsbekundung m.M.n. differenziert betrachten. Eben das hat aber der Verein genauso versäumt wie einige Spieler und auch Sie. Es gibt hier kein „Ihr ‚Fans'“ – nicht mal ein „Ihr Ultras“! Je größer eine Gruppe ist, desto heterogener ist diese i.d.R. Einer Person oder gar ganzen Personengruppe hingegen das „Fansein“ abzusprechen weil sie ihre Freude, ihre Unterstützung und eben auch Unmutsäußerungen anders ausdrückt als man selbst, ist für mich allerdings mindestens genauso fehl am Platz!
          Ein Familienvater auf der Gegentribüne, der sich maximal bei einem Tor von seinem Platz erhebt und klatscht und bei Niederlagen nur geknickt nach hause geht ist zwar in meinen Augen auch niemand den ich persönlich im Stadion bräuchte aber er ist genauso Fan und hat seine Daseinsberechtigung wie ein Ultra, der während dem Spiel lautstark über die gesamten 90 Minuten die Mannschaft anfeuert und seine komplette Freizeit dem Verein widmet und bei „schmerzlichen“ Niederlagen „protestiert“.
          Dazu muss ich allerdings anmerken, dass ich das Wort „Fan“ im Fußball aus genau diesem Grund eher ablehne – gerade die aktiven und organisierten Fans sehe ich eher als Teil des Vereins, denn als (unkritische) Verehrer der Mannschaft. Vielleicht würde weniger oft das Fansein abgesprochen, wenn stattdessen wie im Britischen das Wort Supporter genutzt werden würde. 😉 Im Grunde wollen wir doch alle nur dem Glubb zu Ruhm, Ehre und im besten Fall Erfolg verhelfen – jeder auf seine Art.

  6. Mozi FcN sagt:

    So sehe ich das auch.Super geschrieben

  7. Michael sagt:

    Ich muss mich Wurm anschließen, es ist leider in der Rückrunde von Nürnbergern Anhängern zu viel negatives passiert. Und wenn man ehrlich ist, hat diese Mannschaft die ganze Saison bis auf wenige Ausnahmen schlecht gespielt. Das wir ein Sturmproblem haben, das dem Mittelfeld die Kreativität fehlt, war und ist hinlänglich bekannt. Von daher ist das Theater nach der Fürth Niederlage weder zu akzeptieren und zu entschuldigen. Natürlich dürfen fan`s ihren Unmut kundtun, das kann man aber auch auf ironische Art und weise und nicht durch negatives Verhalten.
    Natürlich dürfen fan`s auch mal die Arbeit der verantwortlichen hinterfragen, aber dann doch bitte sachlich.
    Im großen und ganzen wurde gerade in der Rückrunde nicht nur das Image des verein´s, sondern auch gerade die Anhängerschaft, die sonst durch positive Stimmungsmache im Stadion auffiel beschädigt. und das sollte zu denken geben.
    Ich persönlich lehne es ab, das mein Club im gleichen Atemzug wie Dreden oder Frankfurt genannt wird

    Michael

  8. Gebhard Ott sagt:

    Insgesamt ein sehr guter Bericht, der die Vorfälle der vergangenen 10 Tage recht neutral zusammenfasst, und vielleicht auch mal Denkanstöße gibt, die momentan angespannte Situation auch mal aus einer anderen Sicht zu sehen. Bei einem beschriebenen Sachverhalt lege ich aber (leider!) ein Veto ein:

    „In Hof­fen­heim also schwei­gende Ultras, aller­dings auch keine pfei­fen­den oder gar belei­di­gen­den.“

    Da ich selber in Hoffenheim (in einem der Nebenblöcke) gesessen bin, konnte ich beobachten, dass die feinselige Atmosphäre bereits beim Herauslaufen der Mannschaft spürbar war. Dies ging über Pfiffe, wüste Beschimpfungen und hundertfach gezeigte Mittelfinger – alles in allem vielleicht sogar noch nachvollziehbare Reaktionen! – jedoch weit hinaus. Einige der Boykott-Initiatoren machten nämlich eindeutige Gesten der Gewaltandrohung und des „Kehle durchschneidens“ (!) in Richtung der Spieler, und ließen damit keinen Zweifel daran, dass man den Spielern am liebsten sofort „an’s Leder“ wollte. Anders kann man solche niederträchtigen Gesten einfach nicht werten – selbst bei großer Fantasie.

    Wie dem auch sei…es wäre schön wenn wir vielleicht alle aus den Vorfällen etzwas lernen und wieder ein Stück aufeinander zugehen. Wenn ich den derzeitigen „shit-storm“ in den sozialen Netzwerken verfolge, dann schäme ich mich dafür CLUB-Fan zu sein.

    • Exilfrange sagt:

      Lieber Gebhard, ohne dir deine Sichtweise nehmen zu wollen, spiegelt dieser Satz eben die Sichtweise der IGZ vor Ort in Hoffenheim wider. Ich selbst war nicht da, aber wir waren vertreten und die IGZ Augenzeugenberichte sind Basis dieser Aussage. Dass dann am Ende auch Entgleisungen seitens der Ultras gewesen seien, wie du es schilderst kann sein, man bekommt ja auch nicht immer alles mit was ist. Im Großen und Ganzen ging das Gepfeiffe etc aber nicht von dieser Gruppe aus, die sich eher enthielt. Würdest du dem so zustimmen?

      „Wie dem auch sei…es wäre schön wenn wir viel­leicht alle aus den Vor­fäl­len etz­was ler­nen und wie­der ein Stück auf­ein­an­der zuge­hen. Wenn ich den der­zei­ti­gen “shit-storm” in den sozia­len Netz­wer­ken ver­folge, dann schäme ich mich dafür CLUB-Fan zu sein.“

      Ohne Frage wurde von Fanseite einiges überzogen. Die Grenzüberschreitungen, die der FCN schildert, bestreite ich auch nicht. Aber es wäre schön, wenn der Verein mit gutem Beispiel an Sachlichkeit voran ginge und die Fans diesem dann folgen würden.

      RSG
      Exilfrange

  9. KillerDriller sagt:

    Genau meine Meinung.
    Auch wirklich gut ausformuliert.
    Sauber!

  10. Alessandro sagt:

    Respekt!

    Ich findes es gar essentiell wichtig/nötig diesen Text an Hr. Bader bzw. den Medien vorzutragen. Denn dieser kann dabei helfen, die Gemüter wieder etwas zu beruhigen.

    Letzlich haben nahezu alle Parteien/Personen „Recht“.
    Doch keiner ist in der Lage dies so zu formulieren/kommunizieren das die Kernaussage verstanden und berücksichtigt wird.

    In diesem Fall spiele ich den Ball in erster Linie an den FCN;
    Zugegeben, dies jetzt mit der Sponsorensuche zu verbinden ist etwas hoch gegriffen, aber der Verein hat diesbezüglich deutlich Nachholbedarf. Und zwar…
    DIE AUßENDARSTELLUNG !!!
    Beim FCN wird klar versäumt, den Verein ‚ins rechte Licht‘ zu führen.
    Egal um was es geht…
    … Sponsorensuche
    … Spielersuche
    … Trainersuche
    … Medieninteresse (Berichterstattungen, auch wenn es mal keinen ‚Skandal‘ gibt)
    … komplette Warnehmung in der Öffentlichkeit
    … Stadion Um-/Aus-/Neu-Bau
    … Vermittlung der Gemütslage der Mannschaft an den Fan

    Die Aussicht auf Erfolg der einzelnen Punkte ist deutlich Größer, wenn der Verein bei den jeweiligen Gremien ernsthaft, kompetent und seriös wahrgenommen wird.

    Ist jetzt alles etwas ausgeartet, aber was ich letztendlich sagen wollte…
    … der FCN verkauft sich zu schlecht. Und macht es mit den ganze ‚unkontrollierten‘ und ‚unbedachten‘ Aussagen der Spieler und Verantwortlichen, nicht gerade besser.

    Ich habe fertig!!!

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