24. Spieltag 1. FC Nürnberg – SC Freiburg 1:1

Spieltagsanalyse

Artikel zum aktuellen Spieltags unseres geliebten 1. FC Nürnbergs

Hier die Analyse: Alles wie gehabt. Dankeschön, bis zum nächsten Mal!

Ok ok, ein klein wenig mehr kann man schon sagen, auch auf die Gefahr hin, dass wir uns an dieser Stelle wiederholen.
Der Club begann in seiner Paradeformation, dem 4-1-4-1. Den offensiven Freiburgern im Mittelfeld den Schneid abkaufen und den Ball während deren Vorwärtsbewegung erobern, das war der Matchplan. Dieses Konzept zum Gelingen zu bringen erfordert ein gutes Pressing, eine gute Raumaufteilung, schnelles Umschalten auf Angriff und die nötige Präzision in den Pässen. Vieles davon ist gelungen, vieles aber auch nicht. Die Defensivleistung war bis auf den Tiefschlaf von Plattenhardt und Esswein beim Gegentreffer ordentlich, auch wenn Rosenthal noch eine sehr gute Chance hatte. Ansonsten drückte Freiburg zwar, ohne aber wirklich zwingend zu werden. Bis auf wenige Situationen war man nie ernsthaft gefordert, erstickte aber vieles schon im Keim. Offensiv war die spielerische Armut aber mal wieder unübersehbar. Fehlpässe bei wichtigen Kontergelegenheiten, lange Bälle aus der Abwehr, Festrennen am Gegner und harmlose Eckbälle. Woran aber liegt das? Werfen wir einen Blick aufs Personal:

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Allgemeine taktische Ausrichtung des 1. FC Nürnberg. Dargestellt ist die Startaufstellung im 4-1-4-1 sowie die Einwechslungen

Schäfer: Sicher in der Strafraumbeherrschung wie selten. Aufmerksam und ein verlässlicher Rückhalt. Stark auch in der Szene des Gegentores, machtlos beim Nachschuss.
Plattenhardt: Wie in unserer Vorschau erhofft in der Startelf, aber links für Pinola, statt auf der rechten Seite. Solide bis zum Gegentor, dort mitschuldig. In der Offensive kaum zu finden, viele lange, planlose Bälle. So sicher keine Verbesserung zu Pino.
Nilsson: Bis zur Verletzung absolut anständiger Auftritt. Sah böse aus, wir wünschen gute Besserung!
Klose: Ohne Fehl und Tadel. Die Probleme liegen woanders.
Balitsch: Fleißig und deutlich besser als erwartet. Kann man in Zukunft öfter dort bringen oder zumindest als Ersatztauglich vormerken.
Simons: Abgeklärt vor dem eigenen Strafraum, eiskalt im gegnerischen. Toller Elfmeter und guter Schuss vor Spielende. Schade, dass der nicht noch einen Tick besser saß. Auf seiner Position ist die eher defensive Ausrichtung und Spielweise völlig akzeptabel, dazu hat er 4 Mittelfeldkollegen, die das übernehmen müssten.
Feulner: Das war eher durchwachsen. Abstimmungsprobleme mit Esswein, wenig Einzelaktionen. Kämpft aber wie ein Löwe und hatte mit Kiyotake und Esswein gemeinsam den besten Spielzug der Rückrunde. Es ginge doch! Leider viel zu selten.
Frantz: Heute nominell als „8er“ wie Feulner, aber wie dieser auch oft auf der Aussenbahn unterwegs. Seine beste Szene war ein taktisches Foul zur rechten Zeit. Ansonsten ohne Impulse.
Kiyotake: Bis auf den tollen Spielzug, wo er den Ball in den Raum für Esswein legt, war das wieder viel zu ängstlich. Kiyo tritt viel zu oft auf die Bremse, läuft noch einmal hinten rum und sucht die Lücke. Er muss sie aber schaffen, nicht suchen. Wenn der Ball dann ins Nichts läuft, ist das so, aber allemal besser als das es so im Sande verläuft. Mit deutlich Luft nach oben heute.
Esswein: Nach dem er schon auf der Tribüne schmorte, kämpft er sich langsam zurück. Sieht beim Gegentor furchtbar aus, weil er einfach stehen bleibt, war aber fast als einziger in der Lage, mal den Gegner abzuschütteln und etwas unerwartetes zu tun.
Pekhart: Fleißkärtchen gesammelt ohne Torgefahr auszustrahlen.

Einwechselspieler:
Polter: Kein Fleißkärtchen gesammelt sondern nur den gelben Karton. Fehlt damit nächste Woche, aber wird mit dieser Leistung nicht vermisst werden.
Dabanli: Zumindest nicht negativ aufgefallen. Für einen Innenverteidiger ein Kompliment.
Ildiz: Einer, der auch in Bedrängnis die Ruhe und meist auch den Ball behält. Befreite sich beispielsweise gegen gleich 3 Freiburger und fand noch den Mitspieler. Zudem wieder mit Nachweis guter Schusskraft, nur leider leicht drüber. Unverständlich, warum er so lange warten musste.


Schiri Zwayer:
Der Elfmeterpfiff war regelkonform, aber auch nicht zwingend. Unnatürliche Handhaltung hin oder her, gibt es nicht wenige, die hier anders pfeiffen. Danach aber teilweise nur noch Slapstick. Mehrfach normale Zweikämpfe in guten Kontersituationen abgepfiffen und dem SC eine Flut von aussichtsreichen Freistößen beschert. Zum Glück blieben die aber folgenlos.

Trotz seiner mutigen Entscheidung, auf Pinola zu verzichten, muss sich der Trainer heute doch fragen lassen, warum er zum wiederholten Male auf so viele Kämpfertypen setzte. Damit sind wir dann davon abhängig, dass Kiyotake und/oder Feulner Glanztage erwischen. Ist dies nicht der Fall, so wie heute, können dass die eher kämpferischen Frantz, Esswein, Balitsch und Plattenhardt eben nicht ausgleichen. Wir haben mit Pekhart und Simons schon Arbeitsbienen in der Aufstellung, wie viele braucht es denn? Natürlich gibt es auch Punkte die man ihm zu Gute halten muss. Richtig überzeugt haben die Konkurrenten auf der Position (Kanazaki, Mak) oder im defensiven Mittelfeld (Ildiz) auch noch nicht. Der eine war verletzt, der andere spielte im letzten Spiel auch mäßig und der letztgenannte hatte bisher genau 3 Minuten Spielpraxis für uns und eine gerade erst auskurierte Verletzung. Wiesinger wählte also den Weg der am besten eingespielten Mannschaft und ging dazu defensiv auf Nummer Sicher. In Pinola hatte er offensichtlich einen Wackelkandidaten ausgemacht und schloss diese Lücke nun. Nun war es aber Pinola in letzter Zeit recht ordentlich gelungen offensiv mitzumischen. Gegen Hannover holte er zum Beispiel den wichtigen Freistoß zum 1:1 heraus und zeigte sich in diesem Spiel allgemein anspielbar. Überhaupt fehlen uns hier die Typen, die Bälle fordern und damit auch etwas anfangen können. Auch Ildiz alleine wird dieses Defizit nicht beheben. Trotzdem denke und hoffe ich, dass wir uns im nächsten Spiel noch mehr trauen. Eine Offensivreihe im Mittelfeld mit Esswein, Feulner, Kiyotake und Ildiz und einem Mak und Kanazaki in der Hinterhand, das liest sich doch schon schneller und mit mehr Potential. Wiesinger muss hier den Fuß von der Bremse nehmen, er muss Spielzüge wie den zuvor gelobten weiter forcieren und er muss den Jungs endlich eintrichtern, dass eine Flanke nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn sie auf eine ungeordnete Verteidigung trifft. Gut zu beobachten war dies kurz vor Schluss. Die Flanke ergab sich aus einem sogenannten „zweiten Ball“, die Abwehr des SC rückte gerade heraus. Dadurch wurde die Hereingabe brandgefährlich, Baumann rettete so grade vor dem bereitstehendem Polter. Gegenbeispiele gab es aber auch in Hülle und Fülle. Wenn die Abwehr sortiert steht, köpft sie so etwas mit Leichtigkeit weg. Dasselbe gilt für Plattenhardts Befreiungsschläge, auch diese haben nur eins zur Folge: Ballverlust. Diese Unsitten müssen abgestellt werden, wir müssen Fußball spielen, nicht nur über den Kampf kommen.

Niemand erwartet doch Zauberfußball und Siege am Stück, aber wir wiederholen ständig die selben Fehler. Das gilt es dringend zu ändern, sonst sehen wir auch gegen Augsburg wieder nicht gut aus. Letztlich war das heute ein glücklicher Punkt, aber spielt man das ein wenig cleverer, werden es eben locker drei. Ich gebe die Hoffnung so schnell nicht auf, aber es muss jetzt auch dem Letzten klar sein, dass jetzt die richtigen Spieler mit der richtigen Ansage vom Coach auf den Platz müssen, damit sich das Gegrusel nicht jede Woche wiederholt. Mag auch das Punktekonto wieder gewachsen sein, mag auch die Abstiegsgefahr weiterhin gering sein. Das Optimum haben wir aber wieder nicht aus uns herausgeholt und das ärgert mich, ärgert jeden passionierten Clubfan.

Also dann, auf ein Neues gegen Augsburg!

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