Westblick #37: JHV 2014 Teil 1 – Von „Aaaaahwiegeil“ bis „Zeck“

Der Exilfrange gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Mein Blick vom tiefen Westen der Republik auf das Geschehen in Nürnberg


Die Jahreshauptversammlung am 30.09.14, sie ist bereits ein paar Tage her, doch noch immer hallt sie nach. Die Initiative Pro Club 2020 erlitt eine krachende Niederlage, es gab wie schon letztes Jahr wieder einen Antrag auf Abwahl eines Aufsichtsrats und der Vorstand durfte mal wieder die große Bühne nutzen.

Zuallererst, bevor das Motzen losgeht, aber mal ein dickes DANKE. Ohne all die positiven Rückmeldungen, Kommentare, die konstruktive Kritik während des Wahlkampfs, die Hilfe beim Flyern und beim Design desselbigen und natürlich all eure Stimmen auf der JHV selber, wäre es nie möglich gewesen Rainer in den Aufsichtsrat zu bekommen. Jetzt hat er zwei Jahre Zeit, sich einzuarbeiten und seine Ideen einzubringen. Ob diese Zeit ausreichen oder überhaupt in irgendeiner Form erfolgreich sein wird, kann man jetzt natürlich nicht vorhersehen, sodass wir die Feiern verschieben, bis sich auch wirklich Effekte zeigen.
Einen kurzen Moment des Triumphes und auch der Dankbarkeit an alle, die mitgewirkt haben, gönnen wir uns dennoch.

So, Tagspunkt 1 von 50.000 wäre dann auch schon abgehandelt. Gibt es Anträge auf Änderung der selbigen? Im Ernst, die fast bis 3:00 dauernde JHV, sie war ein echter Marathon. Nachdem mir zu Beginn die Lachmuskeln schmerzten, wurde es im weiteren Verlauf zunehmend zäh, giftig und schließlich deprimierend.

Schalgate

Der Anblick bringt mich immernoch zum
Lachen, letztlich war das Video dem Antrag aber nicht dienlich.

Für die Gaudi sorgten zahleiche Wortmeldungen am Mikrofon („i hob mir fürn Glubb schon an Herzinfarkt bekomm‘ und des kann i beweisn“ / „hier irgendwo hab ich mir ein ganz besonders passendes Wort aufgeschrieben“ *sucht eine gefühlte Ewigkeit* „ahja: Profilneurotiker“) Günther Kochs Weißbierstandbild und auch so manche Kandidatenrede wie die vom „Sensenmann“ Stefan Geppert oder die Einlassung eines anderen Kandidaten: „Als Ziel brauchen wir Konzepte, Ideen, Ziele“. –> In anderen Worten, „der Weg ist das Ziel“ war gestern, jetzt ist das Ziel das Ziel. Grandios. Nebenbei schlief dann auch noch Siggi ein – na gut, es war auch schon reichlich spät.
Wenn man diese Veranstaltung also alleine vom Unterhaltungswert sah, war sie fantastisch.
Doch eigentlich ging es ja um ernste Themen.

Dennoch durften wir uns zunächst mit Kochs Schalfiasko herumplagen. In all der lustigen Atmosphäre, in der auch wir von der IGZ uns ein wenig mitreißen ließen, ging leider unter, dass diese Episode aus Kochs Wirken weder wirklich überraschend (seine Liebe zu ALLEN bayerischen Vereinen ist längst bekannt) noch wirklich wichtig war. Im Vergleich zu seinen ständigen inoffiziellen Pressekonferenzen an der Öffentlichkeitsarbeit des Aufsichtsrats vorbei, dass er sich lieber an einen Fanstammtisch mit Presse als in eine wichtige Sitzung seines Gremiums setzt und all der Unruhe, die sein Wirken letztlich in den Verein brachte, war dieses Video eine absolute Lappalie. Und dennoch überstrahlte sie die sonstigen Kritikpunkte bei weitem (auch wenn auch diese vorgebracht wurden), sodass diese untergingen. Am Ende war den Mitgliedern trotz deutlicher Empörung dieser Grund
dann einfach zu blöd, um Koch zu kicken. Dass er sich halten konnte hatte also mit Fehlern der Kritiker, aber auch damit zu tun, dass er sich zu keinem Zeitpunkt zu Gegenbeschimpfungen hinreißen ließ. Sonst wäre es ihm wohl wie Stahlmann im letzten Jahr ergangen. Für uns von der IGZ ist diese Personalie Stand jetzt jedenfalls beendet, da Koch eine Wiederkandidatur im nächsten Jahr ausgeschlossen hat.

Urnengang

„ProClub 2020“ fiel bei der JHV sowohl am Mikrofon als auch an den Urnen durch.


Der zweite wichtige Entscheid war, ob die Mitglieder den Versuch der Machtübernahme der Gruppe Schamel unterstützen würden. Deren Flyer enthielt eine Menge Pathos („back to the roots“, Stuhlfauth-Zitat, etc.) aber wenig Neues. Am konkretesten war da noch das Leitbild, was auch nett geschrieben ist, was man aber sowohl grandios wie auch katastrophal umsetzen kann. So wie es da stand, bot es jedenfalls keine Anhaltspunkte, ob da ein gutes, mit Sinn und Verstand zusammengesetztes, Team sich präsentieren würde, oder ob in Wirklichkeit Planlosigkeit offensichtlich werden würde.
Im Endeffekt, auch wenn man da insbesondere bei Schamel selbst Abstriche machen muss (er präsentierte sich insgesamt noch am schlüssigsten), trat der letztgenannte Fall ein. Daedalow wurde kalt mit einem Interview aus der Vergangenheit als Teil der Stadionbetreibergesellschaft erwischt, auf das ihm leider nur wenig gute Antworten einfielen. Die Tatsache, dass sein damaliges Vorhaben des Logenausbaus nicht klappte, konnte er dabei noch am besten kommentieren, die weiteren präsentierten Kritikpunkte trafen aber voll ins Ziel. Schon beim ersten Schamel-Mann deutete sich so eine negative Stimmung an. Kreutzer, der ohne Not eine Änderung der Rechtsform ins Spiel brachte (Schamel kommentierte diese wiederrum sehr viel sachlicher, ergebnisoffen aber ohne Abgesang auf den e.V.) erwies der Gruppe dann den nächsten Bärendienst. Röhler schaffte es dann, während seiner Rede dermaßen auf und ab zu tigern, dass er vom Podium aus unterbrochen werden musste, da nur noch Fragmente ans Mikrofon und damit die Lautsprecher gelangten. Die nächsten unfreiwilligen Lacher waren der Gruppe sicher und eigentlich war der Käs da schon gegessen. Schamel schließlich ließ sich vom Publikum provozieren, kam jedoch gerade bei den Nachfragen (eine Vorlage, die von ihm die Angabe der nächsten Lottozahlen verlangte, machte dies aber auch leicht) dann wieder zurück ins Rennen und machte insgesamt klar den besten Eindruck. Gerade da er aber als Gruppe angetreten war, scheiterte er dann auch im Verbund.
Matthias Zeck

Aufsichtrsat? Ja, gerne! Zeit einbrinen? Öhm….
Zeck (Mitte) scheint es nicht allzuernst mit seiner Aufgabe zu nehmen.

Im Haifischbecken FCN musste er unterm Strich einige Bisse ertragen. Das ist nicht gerade nett. Aber – um im Bild zu bleiben – er hatte sich auch mit Fleischstücken behängt und ist hineingesprungen, ohne einen guten Käfig dabei zu haben.
Bedeutet dies, dass alle seine Ideen schlecht waren? Mitnichten. Letztendlich hat er aber einen sehr ungeschickten Lagerwahlkampf begonnen, der sich am Ende gegen ihn drehte. Zu glauben, dass dies automatisch alles diskreditierte, was der Mann in seiner Amtszeit angestoßen und noch anzustoßen gedachte, wäre aber sicher ein Trugschluss. Seine kritische Position im Aufsichtsrat hätte ich persönlich durchaus begrüßt. Dass es mit diesen Mitkandidaten als Verbund aber nicht klappte, ist nicht schade. Mit den gewählten Kandidaten kann man, Stand jetzt, auch leben, zumindest bis auf Zeck.
Kurz nach der Wahl ließ der die Nachricht platzen, nicht mehr als einmal im Monat Zeit zu haben. Es ist ein Ehrenamt, keine Frage, aber wenn man einen derartigen Interessenkonflikt (sportlicher Konkurrent unserer Nachwuchsmannschaft und nun eben auch noch zeitlich) hat, sollte man die Kandidatur einfach sein lassen.

Bildquellen: www.fcn.de, www.youtube.com

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