Westblick #36: Die Revolution und ihre Nebenwirkungen

Der Exilfrange gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Mein Blick vom tiefen Westen der Republik auf das Geschehen in Nürnberg

Wohin mit den Revoluzzern nach der Revolution?

Das ist eine in der Geschichte immer wiederkehrende Frage, die nicht selten blutig endete. Egal ob man sich die Revolutionsparadiese Russland oder Frankreich anschaut, oder anderswo gräbt, irgendwann wurde überall nach dem großen Umbruch reiner Tisch gemacht, weil die Weggefährten von einst zu Widersachern über den neuen Kurs geworden waren. Ein gemeinsamer Feind eint häufig Menschen, die sonst niemals zusammengefunden hätten. Ist der gemeinsame Feind dann beseitigt, brechen die nur oberflächlich zugeschütteten Gräben wieder auf.

Dieser gemeinsame Widersacher am Valznerweiher ist zur Zeit (und zum allergrößten Teil auch selbstverschuldet) Martin Bader. Eine Ablösung des Menschen mit der wohl größten Machtfülle und damit auch Verantwortung für die derzeitige Lage beim FCN scheint angesichts der letzen und aktuellen Saison kaum noch umgänglich. Warum Herr Bader nicht konsequent und geradlinig diese Verantwortung auch offiziell übernimmt und seinen Stuhl räumt, das wird sein Geheimnis bleiben. Vermutlich ist er weiter von seinem Weg überzeugt. Nun, mit dieser Überzeugung wird es eher einsam mittlerweile. Die Revolution, sie kann jederzeit um die Ecke biegen und ihn hinwegfegen. Zum Beispiel am Dienstag, wenn die Mitglieder über die Entlastung oder Nichtentlastung des Vorstands entscheiden. Selbst ein knappes Votum für Bader wäre ein deutlicher Ausdruck des Misstrauens und sollte normalerweise den Rückzug zur Folge haben. Doch nicht nur das, kurz darauf wählen die Mitglieder auch noch einen neuen Aufsichtsrat zusammenstellen, der Bader ebenfalls entlassen könnte.

Martin Bader

Wirkte zuletzt nur noch ratlos. Ein Rücktritt wäre momentan wohl noch die eleganteste Lösung dieser Personalfrage.


Den Kampf gegen Bader hat derweil mal wieder Günther Koch sich auf die Fahnen geschrieben. Im August stimmte er für eine Demission des Sportvorstands, sah nach des Scheiterns dieses Antrags dann aber keinen Grund, für sich selbst Konsequenzen zu ziehen. Stattdessen beteuerte er, „loyal zu Bader“ zu stehen. Keinen Monat später nun ruft er in einer skurrilen Aktion eine Parallelpressekonferenz ein und fordert nun nicht mehr intern (wie es ihm zusteht) eine Ablösung, sondern öffentlich.
Obwohl es keinen Zweifel geben kann, dass Martin Bader maßgeblich verantwortlich für die momentane Krise ist und ein Rücktritt/eine Entlassung nur mehr die logische Konsequenz daraus wäre, kommt man an dieser Stelle nicht um dieses skandalösenVerhalten eines amtierenden Aufsichtsratmiglieds drum herum.
Günther Koch

„GüKo“ inszeniert sich momentan mal wieder auf Vereinskosten.


Auftrag des Aufsichtsrates ist es laut Satzung, den Vorstand konstruktiv zu beraten. Mit ihm zusammenzuarbeiten und seine Arbeit gegenzuprüfen. Im Falle der Unzufriedenheit mit dem Vorstand kann der Aufsichtsrat diesen von seinen Aufgaben entbinden.
Von einer eigenen Pressestelle und öffentlicher Meinungsmache war hingegen nie die Rede.
Diese Form von Sendungsbewusstsein und fehlendem Unrechtsbewusstsein seitens Kochs sollte bei jedem Clubfan, trotz eventueller inhaltlicher Schnittmengen (wie z.B. bezüglich der Person Bader), die Alarmglocken schrillen lassen.
Günther Koch hat sich mit dieser erneuten Aktion endgültig als reiner Revoluzzer entpuppt, mit dem nach der Revolution nicht mehr viel anzufangen sein wird.

In meinem Wunsch-Aufsichtsrat sitzen Personen, die ihre eigene Rolle nicht überhöhen, die ihre eigenen Belange hinter denen des Vereins anstellen und die einen Mehrheitsentscheid und mag er ihnen auch noch so stinken, nach außen professionell mittragen.
Nur weil Wahlkampf ist, ist längst nicht alles erlaubt.
Und nur weil man gegen Bader ist, muss man nicht jeden zündelnden Brandstifter unterstützen.

Bildquelle: fcn.de

Share
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.