Gastbeitrag by Zaphod: Weiter sehenden Auges in den Abgrund?

Gastbeitrag

Gastbeitrag zur aktuellen Lage von Zaphod

Ich denke, wir alle, ob Fans, Mitglieder, ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter oder Verantwortliche des 1. FC Nürnbergs tragen diesen Verein tief in unseren Herzen, lieben und leben diesen Verein. Gleichzeitig muss es uns allen, unerträgliche seelische Schmerzen bereiten die sportliche Entwicklung und das Bild unseres Vereins in der Öffentlichkeit über die letzten eineinhalb Jahre miterleben zu müssen. Mir blutet ehrlich das Herz. Unser Verein liegt am Boden und scheint sich noch nicht einmal zu wehren.

Der Werdegang aus meiner Sicht in aller Kürze: Eine mittelmäßige Rückrunde 2013, ging mit der Kaderplanung für ein weiteres Jahr Bundesliga einher, in der unter anderem die Rolle des Abgangs Timmy Simons sichtlich unterschätzt wurde. Es folgte eine sportliche Talfahrt unter Trainer Wiesinger und eine Trainersuche, bei der wir in der Öffentlichkeit keine gute Figur gemacht haben. Nach der Rekordhinrunde ohne einzigen Sieg folgte kein Aufbäumen auf dem Transfermarkt in der Winterpause, und dennoch ein sehr kurzes sportliches Aufbäumen der Profimannschaft nach der Winterpause. Die anschließende Niederlagenserie wurde von einem erneuten Trainerwechsel gekrönt, dessen Zeitpunkt und Werdegang erneut für mehr als Irritationen gesorgt hat. Auf den vermeidbaren Abstieg, folgten eine erneut zähe Trainersuche und die Aussage mit wichtigen Korsettstangen aus der Mannschaft den Neuaufbau zu starten. Von den Korsettstangen blieb kaum einer übrig und fast alle Neuverpflichtungen sind zweifelslos talentierte Spieler, aber bilden doch keine Mannschaft die den vom Vorstand selbst mehrfach formulierten Anspruch des direkten Wiederaufstiegs gerecht werden können. Zweifellos viele Indianer, aber kaum ein Häuptling dabei. Eine Mannschaft, bei der man den Eindruck gewinnt, dass sie mit dem minimal möglichen finanziellen Risiko zusammengestellt wurde, aber das gleichbleibend hohe sportliche Ziel bewältigen soll. Und nun müssen wir uns fragen, ob der katastrophale Start in die neue Spielzeit nur eine weitere Etappe gewesen ist, oder ob die Talsohle nun endlich erreicht ist?

Alle Zwischenschritte und Niederschläge sind für sich durch viele Faktoren beeinflusst und teilweise erklärbar, die Summe, die Konsequenz der Ereignisse und die Geradlinigkeit der Talfahrt sind allerdings schon lange nicht mehr erklärbar. Die Reaktion des Vereins blieb auf diesem Weg oftmals gleichförmig. Trotz der immer wiederkehrenden Aussage, den Stab nicht über der Mannschaft brechen zu wollen, wurden am Ende der Trainer und die Mannschaft hauptverantwortlich gemacht. Mit bekanntem Ausgang. Und alle Schritte haben einen Grundtenor gemeinsam. Man wolle doch nur das Beste für den Verein, macht sich keine Entscheidung einfach und lässt sich schon gar nicht von außen unter Druck setzen. Man brauche doch nur etwas mehr Geduld.

Meister der Schande

Verhielt sich zuletzt viel zu zögerlich und reaktiv: Martin Bader

Und gerade dadurch hat man sich erst unter Druck gesetzt: Indem man reaktiv den Geschehnissen hinterhergelaufen ist, immer einen Schritt zu spät. Und trotz aller Ankündigungen, für die Fehler Verantwortung zu übernehmen, war am Ende immer nur die Mannschaft in der Verantwortung. Die Mannschaft die so sorgfältig ausgewählt und zusammengestellt wurde. Und auch in dieser so jungen Saison macht die neu zusammengewürfelte Mannschaft und ihr unerfahrener Trainer Fehler, keine Frage. Und dennoch ist es unfair ihr den schwarzen Peter alleine zuzuschieben.
Und wenn ich den Verantwortlichen nun wieder zuhöre, so höre ich nur noch das alte Lied. Wenn ich von Martin Bader auf der Homepage lese, man dürfe „nun nicht alles in Zweifel ziehen“ dann frage ich mich, ob ich wirklich ein fränkischer Pessimist bin, oder schlicht aus Erfahrung mir ein Bild mache? Wenn ich höre, dass „innerhalb einer Woche [ist] vieles kaputt gegangen“ sei, frage ich mich ob die einundeinhalb Jahre Entwicklung hin zu dieser einen Woche wirklich vergessen sein soll? Und wenn ich erneut den Satz lese „Es ist unser Anspruchsdenken, dass der Verein in die erste Liga gehört“, dann höre ich einen Martin Bader, der mit Emotionalität versucht die treuen Fans bei der Stange zu halten, denn „das Trikot des 1. FC Nürnberg, es ist ein schweres“, aber „Das Trikot des 1. FC Nürnberg ist auch ein attraktives, ein edles“. Aus Baders Sicht bedeutet das, dass dieses Trikot wohl früher oder später für den Trainer zu schwer werden wird. Und man wird sich die Entscheidung dann ebenso schwer gemacht haben, wie all die Male zuvor. Und dann bittet man wieder um Zeit und um Vertrauen.

Und die Geduld und die Leidensfähigkeit der Clubgemeinde scheinen grenzenlos. Wenn man sich umhört und diverse online zugängige Quellen begutachtet, findet man neben der stärker werdenden Kritik weiterhin sehr viel Zuspruch für die sportliche Leitung. Alleine die Argumente werden aus meiner Sicht immer dünner. Zum einen beruft man sich oftmals auf die Erfolge in der Vergangenheit und zum anderen schwingt immer die Angst mit, was nach einer Veränderung passiert. Lethargie aus Angst vor dem Unbekannten. Eigentlich sollten die Geschehnisse in anderen Vereinen und aus der Wirtschaft aufzeigen wie schlecht Angst als Berater ist. Für mich sind das keine handfesten Argumente mehr und ich frage mich wieviel Geduld wir noch aufbringen sollen?

Es ist Zeit, dass die Verantwortung an die Verantwortlichen tatsächlich herangetragen wird. Es ist Zeit, dass sich der Verein nicht auf leere Worthülsen und Durchhalteparolen beschränkt. Zeit haben wir alle genug verschwendet, doch die Leidenszeit geht weiter.
Und doch scheint es so als lägen wir am Boden und wehren uns nicht.

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Ein Kommentar zu Gastbeitrag by Zaphod: Weiter sehenden Auges in den Abgrund?

  1. G. R. sagt:

    Liebe Clubfans.
    Seit 2007 haben beim Club fast eine komplette Bundesligamannschaft Nürnberg verlassen. Unzählige Trainer wurden vorzeitig entlassen Hecking hat mit viel Diplomatie
    selbst gekündigt weil er wie ich meine keine Perspektive hatte unter diesem Managment und Gefolge jemals europäische Wettbewerbe zu spielen.Für mich war er in Nürnberg ein Erfolgstrainer weil er keine besseren Spieler hatte un trotzdem im mittleren Drittel der Tabelle Stand. Schaut mal auf Facebook es wird unseren Herrn Bader unterstellt das er bei Spielerverkäufen mitkassiert . Kein Gegenargument seitens Vorstandschaft ,Herrn Bader oder Herrn Wolf. Eigentlich nur noch traurig. Wenns so ist kann man dem FC N.nur den Rücken zuwenden bis die Zeit vorüber ist . Kann ich aber nicht weil mein Herz seit 1970 ,als mich mein Vater das erste mal zum Club mitnahm ca 100 Kilometer Anfahrt aus der Oberpfalz, für den CLUBB schlägt. Einmal Clubberer immer Clubberer. Ich will kein Bayernfan sein und mir in der Arroganzarena Fußballspiele anschauen .Ich will zum Clubb ins Frankenstadion zu den besten Fans weltweit Ich will auch keine Ultras . Den jungen Spielern und Ismael Valerien kann man zur jetzigen Situation keinen Vorwurf machen die brauchen noch viel Zeit habe ich gegen Aue gesehen Und schenkt bitte wieder Euer Nürnberger Tucherbier aus .
    Dann lafts a wieder.
    Gruß aus der Oberpfalz.

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