Westblick #33: Gemischter Teller

Der Exilfrange gibt einen Blick von Außen auf das Geschehen in Nürnberg

Mein Blick vom tiefen Westen der Republik auf das Geschehen in Nürnberg

Hallo liebe IGZ Freunde! Es war seit der aoMV ja wieder sehr ruhig hier, dabei hat sich neben der WM auch beim Glubb viel getan. Daher gibt es jetzt mal einen gemischten Teller – will heißen, von allem ein Wenig – zum Glubb und zur derzeitigen Lage.

Die Vorbereitung läuft insgesamt recht ordentlich. Einem sehr disziplinierten und beachtlichen Sieg gegen Valencia folgte jetzt die erste Pleite. Ein Warnschuss zur rechten Zeit? In jedem Fall überrascht es nicht, dass es noch Baustellen gibt, immerhin hat der FCN einen riesigen Kaderumbau hinter sich, beziehungsweise steckt noch drin. Es gingen bisher mit Mak, Gärtner, Hasebe, Frantz, Feulner, Campaña, Chandler, Dabanli, Ginczek, Hlousek, Balitsch, Pogatetz, Marcos Antonio, Drmic, Plattenhardt und Nilsson.
17 (!!!) Spieler, davon die überragende Mehrheit zugehörig zum letztjährigen 18er Kader. So bleiben nur noch wenige Stützen (kann man das nach einem derart desaströsen Abstieg sagen?) aus der vergangenen Saison zurück, um den Neuanfang zu starten.

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Abgang Nummer 18? Es sieht sehr stark danach aus.

Ich finde das insgesamt aber gut, auch wenn ich den einen oder anderen (Drmic natürlich, auch Ginczek, Chandler, Hasebe, Campaña) gern weiter bei uns gesehen hätte. Denn unterm Strich hat man so alte Zöpfe abgeschnitten und eine Menge Geld eingenommen (weiteres könnte jetzt mit Abgang Nummer 18, Kiyo, in die Kasse kommen).

Das bringt uns auch zu einem oft genannten Kritikpunkt, den Einkäufen: Der FCN reinvestiert trotz vollmundiger Versprechungen nicht wirklich. Obwohl man insgesamt 13 Zugänge holte, ein teurer „Kracher“ fehlt bisher. Möglicherweise auch, weil die Perspektive Liga 2 weit schwieriger zu vermitteln ist, als gedacht. Natürlich gibt es auch die Spekulation, dass es, ähnlich wie 2008, gilt Löcher zu stopfen, die der Wegfall von TV Geldern und Sponsoreneinnahmen in die Kasse gerissen hat. Dem entgegen spricht im Moment noch die geringere Zahl der Abgänge zu Zugängen, dh. noch ist Platz im Kader, besonders auf den Außenbahnen fehlt es nicht nur an Klasse, sondern auch an Quantität. Die Niederlage gegen Ingolstadt könnte zudem die Motivation in den Verhandlungen weiter verbessern, eingenommenes Geld wieder auszugeben, ganz egal was gerade offiziell gesagt oder auch nicht gesagt wird.

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27.07, die Saisoneröffnung steht an!

Eine wirklich realistische Einschätzung kann zu diesem Zeitpunkt und nach diesem Umbau natürlich nicht abgegeben werden, zumal ich weit vom Geschehen weg bin. Genauer kann dies vielleicht Chris Ehrenberg tun. Der Aufsichtsrat (über dessen Entscheidung, ob er im Herbst wieder kandidieren wird, noch nichts bekannt ist) wird meinen Informationen nach bei der Saisoneröffnung am 27.07. anwesend sein. Auch wenn er sich immer penibel an seine Schweigepflicht hält kann man hier sicher interessante Einblicke in das Seelenleben des Vereins erhalten und kritische Anmerkungen lässt Chris meiner Erfahrung nach selten unkommentiert. In meinen Augen bietet dieser Rahmen daher eine gute Gelegenheit, mal vorzufühlen, ob die eigenen momentanen Ängste sich mit der Einschätzung eines ARs decken.

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Herrmann ist eher bekannt für die grobe Keule und weniger für eine differenzierte Sichtweise auf Fanthemen. Sein Veto gegen Kostenbeteiligung ist daher umso höher einzuschätzen.

Zu guter Letzt will ich noch etwas sehr Positives bemerken. Unser Verein wird allem Anschein nach nicht an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligt werden. Das Bundesland Bremen hat ja einen entsprechenden Vorstoß gewagt und unternimmt konkrete Schritte in diese Richtung. Würde dies auch in Franken eingeführt, wären weitere Schritte und präventive Repressalien gegen Fans die logische Konsequenz. Wie es aussieht, steht Bremen aber völlig allein. Die übrigen Bundesländer wissen anscheinend nur zu gut, dass die Vereine weit mehr an Steuergeldern überweisen, als Kosten zu decken sind für den Spielbetrieb. Bremen droht jetzt der Entzug eines Testspiels der Nationalmannschaft und gerichtliche Auseinandersetzungen mit der DFL oder den Vereinen. Gegenwind auf allen Ebenen für Bremen also. Selbst Joachim Herrmann, der alte verbale Feuerleger wenn es um Fanthemen geht, hielt sich zurück und distanziert sich von einer Beteiligung hierzulande. Die GdP reagierte zurückhaltend und von Rainer Wendt, dem Sprachrohr für Kostenbeteiligung, konnte ich online kein einziges Statement lesen. Ich bin angesichts dieser Entwicklung guter Hoffnung, dass sich das Bremer Modell nicht durchsetzen wird.

Für den Glubb wünsche ich mir noch 2-3 hochkarätige Leute, dann würde ich meine positive Grundeinschätzung auch auf den Verein erweitern. Ach ja, ein neuer Hauptsponsor wäre noch schön 😉

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