11. Spieltag: FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg 2:1

Spieltagsanalyse

Artikel zum aktuellen Spieltags unseres geliebten FC Nürnbergs

Ich habe mir fest vorgenommen, in diesem Blog auf fußballtypische Plattitüden zu verzichten. Und was wäre ein besserer Einstieg als ein Bruch mit diesem Vorhaben?

Ein Spiel dauert 90 Minuten.

Dem wird wohl niemand widersprechen. Wenn eine Mannschaft nur zwei Drittel der Spielzeit aktiv am Geschehen teilnimmt, fällt es schwer als Sieger vom Platz zu gehen. Dabei waren die ersten 30 Minuten taktisch relativ interessant:

Die Stammelf deutete auf ein 4-1-4-1 hin: Doch überraschenderweise war Esswein nicht auf der linken Außenbahn zu finden, sondern hielt sich im Zentrum, noch einige Meter vor Pekhart auf, der sich noch weiter zurückfallen ließ als in den vorausgegangenen Spielen. Dahinter wurde ein Art Dreierkette bestehend aus Kiyotake, Balitsch und Gebhart gebildet und vor der Abwehr sicherte Simons ab. Vermutlich wollte Hecking die Mainzer Abwehr mit der Schnelligkeit von Esswein unter Druck setzen und Pekhart eine weitere Anspielstation für Ballablagen geben. Defensiv jedoch wurde die Mannschaft durch diese Maßnahme destabilisiert: Mainz spielte im 4-2-3-1 und Balitsch kümmerte sich um Soto und Simons wahlweise um Baumgartlinger oder Ivanschitz. Pekhart und Esswein arbeiteten gut mit nach hinten, jedoch war in den meisten Situationen immer ein zentraler Mittefeldspieler frei: Besonders eklatant war dies beim 2:0 erkennen, als Baumgartlinger den Pass auf Ivanschitz spielen konnte. Kurz darauf stellte Hecking wieder auf 4-1-4-1 um und die gegnerischen zentralen Mittelfeldspieler hatten wieder direkte Gegenspieler: Der Club kam besser ins Spiel.

In der zweiten Halbzeit wurde Balitsch auf die Höhe von Simons zurückgezogen um eine bessere Spielkontrolle zu ermöglichen. Doch Tuchel reagierte zügig auf diese Umstellung und ließ fortan seine Mannschaft im 4-1-4-1 antreten – was Wiederum zu einer Pattsituation mit Mittelfeld führte. Dennoch präsentierte sich der Glubb stabiler und hatte mehr Spielanteile als in der ersten Halbzeit. Jedoch waren auch heute die eklatanten Schwächen im offensiven Drittel zu erkennen: Nur wenige Zuspiele fanden den Weg in den Strafraum und so basierte das Offensivspiel des Glubbs wieder einmal physischer Präsenz, Flankenläufen und Zufall. Weiter hinten dagegen ging es geordneter zu und die ein oder andere gute und sinnvolle Spielverlagerung war zu erkennen. Aufgrund des Mangels an klaren Chance, sowie der verschlafenen ersten halben Stunde, kann man sich über diese, in jedem Fall jedoch vermeidbaren Niederlage, nicht beschweren.

Noch zwei kleine Anmerkung am Rande: Mir ist es unbegreiflich, wie einer Profi-Mannschaft in einem Spiel vier (!!!) falsche Einwürfe unterlaufen können. Ebenfalls frage ich mich, ob es sinnvoll ist, auf einen Schlag drei Offensivspieler einzuwechseln und ob dies nicht für mehr Gefahr in den eigenen Reihen als beim Gegner sorgt.

 

 

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3 Kommentare zu 11. Spieltag: FSV Mainz 05 – 1. FC Nürnberg 2:1

  1. Bernd sagt:

    Also so schrecklich es ist, im Stadion unseren chaos neben sich stehen zu haben (jetzt haben wir das system umgestellt… häh?), so einleuchtend sind seine Analysen!!!

  2. Sickobilly sagt:

    Die Einwürfe….diese falschen Einwürfe. Davon träum ich heut nacht wahrscheinlich ein drittes Mal. Normalerweise wäre Freitag Nacht nach der Ankunft am Valze noch 4 Stunden im Regen Einwurf üben drangewesen.

    VIER Bälle zu verschenken, wenn man selbst schon garnicht ins Spiel kommt, sondern höchstens aus Standards heraus auch nur den Hauch einer Chance hat – das zeugt von hoher Unsicherheit….

    Ich hoffe wirklich, dass die Derbys einigermaßen glatt über die Bühne gehen. Mit der Moral scheint es ja jetzt wieder etwas aufwärts zu gehen, ich will hoffen das bleibt so. Was das Spiel gegen Fürth bedeutet wissen die Spieler hoffentlich…

  3. Bernd sagt:

    DAS hoffen wir alle daß die Spieler das wissen….

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