Seltsame Sichtweisen: Wie aus Unterstützung ein Fan-Aufstand wird

Chaotische Meinungsmache

Chaotische Meinungsmache

Nach der in ihrer Entstehung sehr unglücklichen Niederlage gegen Freiburg stellte sich die Mannschaft den Fans. In den Medien, so zum Beispiel im Doppelpass, aber auch in der regionalen Presse, wurde die Stimmung als aufgeheizt und aggressiv bezeichnet, bzw. bereits von einem Fan-Aufstand gesprochen. Wir sind über diese Berichterstattung sehr verwundert, denn uns liegen Augenzeugenberichte vor, welche dem medialen Echo widersprechen:

„Drei Führungspersönlichkeiten von UN94 befanden sich unten auf der Laufbahn und sprachen völlig unaufgeregt mit unterschiedlichen Spielern. Über die Lautsprecheranlage wendeten sich Sportdirektor Martin Bader sowie Per Nilsson an die Fans und diskutierten die schwierige aktuelle Situation. Im Anschluss daran fanden weitere Gespräche mit einzelnen Spielern und Martin Bader statt – der Ton war sachlich und konstruktiv. Der Vorsänger von UN94 beendete das Treffen als alles gesagt wurde, zollte den Spielern Respekt für ihr Kommen in die Kurve und forderte gegen Gladbach Taten ein.

Im Anschluss daran wurden ein lautes „FCN, FCN, FCN!“ angestimmt und Mannschaft und Fans klatschten sich gegenseitig aufmunternd zu. Nur die Sportschau gab diese Ereignisse ansatzweise richtig wieder, andere Medien interpretierten die Emotionen dieser Szenerie, ob gewollt oder ungewollt, als aggressives Verhalten, bzw. als Beschimpfen der Mannschaft. Dies trifft nicht zu, denn als die Mannschaft in die Kurve kam, und vereinzelt harsche Worte gegen sie gerichtet wurden, wurde von Seiten UN94 darauf hingewiesen, dies zu unterlassen!

Erst als Raphael Schäfer, der aufgrund von Tätigkeiten in der Mixed Zone verspätet zur Mannschaft gestoßen war, die Kapitänsbinde auf den Boden warf kippte die Stimmung und es wurde lauter im Block. Zuvor wurde ihm von Seiten von UN94 erklärt, dass er nicht zur Kurve sprechen soll, da ihm dies nach unterschiedlichen Vorfällen der letzten Zeit, negativ ausgelegt werden würde. Teile der Fans fehlinterpretierten jedoch das Schweigen von Raphael Schäfer und glaubten, dass Raphael Schäfer nicht zur Kurve sprechen möchte. Von diesen Teilen der Fans wurden Pfiffe geäußert auf die Marek Mintal, wie auch im Nachfolgenden, mit beschwichtigenden Gesten einwirkte.“

In einer Email bestätigte uns Martin Bader, dass er ebenfalls keine Aggressionen gegen die Mannschaft, mit Ausnahme der Rufe gegen Raphael Schäfer, wahrgenommen hat und ihn die „FCN, FCN, FCN!“-Rufe darin bestätigten, dass die Fans hinter der Mannschaft stehen. Martin Bader äußerte sich auch dahingehend, dass Raphael Schäfer aus der Emotion heraus gehandelt hat und das Wegwerfen der Kapitänsbinde bereut.

Unserer Meinung nach wird hier eine harmlose Szenerie künstlich durch die Medien aufgebauscht und wir hoffen, dass um den Glubb bald wieder Ruhe einkehrt. In der jetzigen Situation sind Nebenkriegsschauplätze das Letzte was der 1. FC Nürnberg gebrauchen kann. Dennoch, das Verhältnis zwischen Fans und Mannschaft ist keineswegs gespalten und mit genau dieser Geschlossenheit gilt es jetzt im Abstiegskampf anzugreifen!

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28 Kommentare zu Seltsame Sichtweisen: Wie aus Unterstützung ein Fan-Aufstand wird

  1. sebastian sagt:

    Selber answesend und ich kann das Geschriebene exakt so bestätigen.
    Was genau auf der Laufbahn gesprochen wurde, konnte ich natürlich nicht hören, Mimik und Gestik der Personen lassen aber darauf schließen, dass es war, wie hier beschrieben.

  2. Claus sagt:

    Auf Ya Basta klingt das aber ganz anders:
    http://yabasta.blogsport.de/2013/11/03/der-kapitaen-klatscht-aber-er-klatscht-nicht-mit-herz/
    Wie kommen die dazu zu fordern, dass das Kapitel „Schäfer und der FCN“ beendet werden sollte? Wer nicht hinter unserem Kapitän steht, steht auch nicht hinter der Mannschaft. Basta.

    • Exilfrange sagt:

      Was genau zwischen UN und Schäfer vorgefallen ist wissen wohl nur die beiden Parteien. Im vorliegenden Artikel war aber lediglich vom Umgang miteinander die Rede. Der war durchaus sachlich.

  3. Den Ansatz hier wieder zu deeskalieren kann man nur unterstützen! Den Stiefel nur den Medien anzuziehen geht aber auch nicht. Das von Claus zitierte YaBasta-Posting machte ja schnell die Runde wie auch ein (unsägliches und daher nicht mehr verlinktes) „Fan-Video“ bei dem der Eindruck Teile der Fans hätten nicht nur ein Problem mit Schäfer, sondern auch mit Bader und sogar Katharina Wildermuth, doch rüberkam. Die Gesamtdarstellung aus Medieneindrücken, YaBasta-Posting, Fan-Video und die darauf auch zu lesenden Reaktionen in den sozialen Medien deuten doch auf eine brisantere Gemengelage hin, als das hier darzustellen versucht wird. Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass es nur ein Sturm im Wasserglas war und sich die gemäßigten Strömungen durchsetzen.

    • Peter sagt:

      In diesem Fall ist eine Medienschelte aber absolut gerechtfertigt, wie ich finde. Denn es ist ein Paradebeispiel, dass Bericht und Schlagzeile (auch bei NN und NZ sowie ganz besonders beim Kommentar von Hans Böller) vor sauberer Recherche stehen, weil man ja schnell raus muss, denn die anderen schreiben ja auch…

    • Holger sagt:

      Ich gebe dir voellig Recht, Alexander. Die Leute von YaBasta sehen in Schaefer den Hauptschuldigen wuenschen sich ihn weg, wollen aber jetzt auch Sachlichkeit. Beides wird wohl nicht gehen.
      Das Verhalten von einigen „Fans“ gegenueber Schaefer war, wie auf dem facebook Video zu sehen, eine reine Poebelei. Solche „Fans“ sind effektiv Spalter und waeren bei einem nicht mehr voellig auszuschliessenden Abstieg mitverantwortlich. Der Club hat solche „Fans“ nicht verdient, er verdient besseres. Kritik an der Mannschaft ist okay, Poebel und Beleidigungen sind es nicht.
      Es war nicht zuletzt auch die Torwartfrage, die zum letzten Abstieg gefuehrt hat. Soll sich das wiederholen? Wir haben jetzt einen Torwart in ausgezeichneter Form. Wenigstens das, und die Mannschaft braucht jetzt Unterstuetzung. Wenn wir wirklich die besten Fans der Liga haben, sollte das ja kein Problem sein…

  4. Übrigens schade, dass wir bei euch nicht in den Links vertreten sind. 🙂

  5. Chris sagt:

    Hier ein Video von der Haupttribüne. Keine Aggression sieht für mich anders aus. Schäfer wird als „Fliegenfänger, Schandfleck, Lutscher usw.“ bezeichnet. Auch die Pressesprecherin wird als „blöde Kuh“ angemacht.

    https://www.youtube.com/watch?v=y1CdpSCANug

    Ganz davon abgesehen ist der Kapitän als Vertreter der Mannschaft derjenige, der in einer solchen Situation sprechen sollte. Wenn Fanvertreter IHN nicht reden lassen wollen, dann sollte die Mannschaft einfach wieder gehen ohne sich mit den Fans zu unterhalten .

    • Sickobilly sagt:

      In unserem Artikel geht es nicht um die Haupttribüne, sondern den Dialog zwischen Nordkurve und Mannschaft nach dem Spiel auf der Aschenbahn.

      • Joja sagt:

        Mag sein, dass der Dialog ruhig verlief. Die Frage ist WAS die Ultras sich anmaßen zu besprechen. Der letzte Satz der Aussprache lautete von einem UN-Vertreter (Gedächtnisprotokoll): „Na, sehen wir mal was in Gladbach passiert, die Mannschaft ist in der Bringschuld.“ Und damit war das Gespräch beendet. Allein bei so einem Satz – v.a. nach so einer Leistung der Mannschaft – bekomme ich schon das Kotzen! Und Schäfer? Wurde abgewürgt und nachher beschuldigt. Geht alles gar nicht!

        • Chaos sagt:

          Es ist doch richtig, dass die Mannschaft jetzt langsam das Punkten anfangen muss.

          Schäfer wurde nachher von Seiten von UN94 nicht beschuldigt – jedenfalls nicht bezüglich der aktuellen Situation. Die Vorfälle der letzten Zeit dagegen wurden wieder thematisiert.

    • Marc sagt:

      Zu dem Zeitpunkt als Schäfer scheinbar das Wort ergreifen wollte, war von Nilsson und Bader schon alles gesagt, was es zu sagen gab.
      Und wie schon mehrfach geschrieben, gibt es mit Schäfer und den Fans eine monatelange Vorgeschichte (bei weitem nicht nur das Derby!), die man bei der Betrachtung nicht so einfach ausblenden kann.

    • Peter sagt:

      Das Video von der HT ist für „Insider“ der Nürnberger Fußballkultur noch aus einem ganz anderen Grund hochinteressant :).

      Eine Sache fehlt in dem Bericht, der es vielleicht noch etwas deutlicher macht, dass es frühzeitig auf ein (vielleicht vermeidbares) Missverständnis hinauslief. Als Schäfer (wie nun bekannt auch aus guten Gründen) später kam, haben Vizekapitän Nilsson und Martin Bader bereits alles gesagt, was es zu sagen gab und einige der Anwesenden waren bereits in Gruppen- bzw. Einzelgesprächen zugange.

      Bis auf den „Aussetzer“ von Schäfer (der mit seiner Entschuldigung auch gegessen sein sollte) und die dadurch entstandene (kurze) Unruhe, ging jeder, der dabei war, eigentlich mit absolut positiv-kämpferischen Gefühlen aus dem Stadion.

      Und die Mannschaft bzw. den Kapitän stellt auch weiterhin der Trainer auf ;-).

  6. Marc sagt:

    Insofern war es wahrscheinlich nicht ganz verkehrt, dass mit Nilsson jemand das Wort ergriffen hat, dessen Verhältnis zu den Fans nicht vorbelastet ist. Vielleicht sah das Schäfer im Nachhinein sogar selber so.

    • Hannes sagt:

      Bitte sprecht nicht immer von „den Fans“. Das geht mir so auf den Senkel.
      Ich habe überhaupt kein Problem mit Raphael Schäfer, mich interessieren auch keine Geschichten die da abgelaufen sein sollen. Ich sehe nur wie er Leistung bringt und das reicht mir vollkommen.
      Ich meine auch – sagen wir es freundlich – dass man die „Aussprache“ und den unsäglichen yabasta Artikel nicht trennen kann.

      • Peter sagt:

        Nun, dann rollen wir die Sache mal anders auf. Wo genau trennen wir denn zwischen „den wahren Fans“ und ca 30.ooo wutschnaubenden, pfeifenden, aufgebrachten und (z.T. weit unter der Gürtellinie) schimpfenden Zuschauern auf den Sitzplätzen, die Marcos Antonio damals gegen den VfB zum Teufel wünschten? Sein „Verbrechen“ bestand damals übrigens „nur“ darin, 15 Minuten schlechten Fußball zu spielen. Nicht 11 (plus 1) Spieltage keinen Sieg einzufahren.

        Wenn alles auf „die“ und „wir“ runtergebrochen werden muss, dann bin ich extrem auf diese Auswertung gespannt :). V.a wenn es um die vielbeschworene „Mehrheit der Fans“ geht.

        Und natürlich kann man die Aussprache und den Ya Basta! Artikel trennen, v.a. wenn man dabei war! Das eine ist tatsächlich genau so passiert, das andere ist die Schlussfolgerung eines Onlineblogs/Fanmagazins, vielleicht sogar eine Einzelmeinung eines oder einiger Redakteure.

  7. fcnzimbo sagt:

    Egal, wer wie wann wo dabei war oder Vorkommnisse anders interpretiert oder gesehen und gehört hat. Egal, ob die Szenen im TV aus dem Zusammenhang gerissen waren. Egal, ob es wieder nur ein paar einzelne waren. Egal, ob Nordkurve, Ultras oder Haupttribüne. Das war richtig scheiße, was da zu sehen und zu hören war und wird dem Willen der Truppe und vor allem der Loyalität Raffas nicht gerecht.
    Jetzt geht es doch darum, dass wir alle die Truppe bis zum letzten Spieltag unterstützen und versuchen die Klasse zu halten. Den Abstieg herbei zu beten und herbei zu provozieren kann doch nicht Sinn der Sache sein. Schöne Clubfans sind das… Ich stelle ab sofort jede Spende für die Choreos ein. Und das so lange, bis ich das Gefühl habe, dass diese Fratzenschneider isoliert werden. Grauslich war das.

    • Chaos sagt:

      Größtenteils waren aber Anfeuerungsrufe zu hören – so kam es jedenfalls bei der Mannschaft an. Das wurde uns auch so von Martin Bader bestätigt!

  8. Martin Bader hatte das auch im Doppelpass wieder gegeben, das also die Kommunikation zwischen Fans und Mannschaft, angeheizt war, aber funktioniert hätte. Das wiederum bestätigen auch Aussagen von Anwesenden, die vor Ort waren…Meiner Meinung nach waren es einzig und allein die Medien die das verissen haben, ein „Schmierfink“ von der FAZ kam sogar der Vergleich mit dem Vorfall in Aachen, wo der Torwart der Aachener angeblich geohrfeigt worden sein soll….Es sind vielleicht ein paar böse worte gefallen im ersten moment, aber wer will das verübeln, grad wenn nach dem Spiel die Emotionen noch voll hochkochen…Ich meine wir sind uns einig das Beleidigungen und Androhung von Gewalt nicht das Mittel zum Zweck sind….und auch nicht das Bashing im Internet….

    MFG

    Tequilaslayer

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  10. Adolf sagt:

    Wenn man die Bilder sieht, wie einige reagiert haben und es dann heisst es war alles ruhig und friedlich ist bei einigen wohl die Realität komplett verloren gegangen.

    • gerchla sagt:

      Richtig! Bilder!…
      Als ich das Video im Doppelpass ohne Ton gesehen habe, dachte ich auch dass das sehr aggresiv war. Abends hab ich das Ganze dann nochmal in der Sportschau mit Ton gesehen und da kam deutlich rüber, dass dort positiv angefeuert wurde.

    • Nachtgieger sagt:

      Das youtube-Filmchen auf das oben verlinkt wurde ist von der Haupttribüne aufgenommen worden. In dem Artikel hier gehts aber um die Nordkurve, da sitzen die Ultras und die waren anscheinend konstruktiv und brav – klar soweit?!
      Trotzdem stimme ich dir dahingehend zu, dass einige Leute im Stadion ihre asozialen Neigungen anscheinend voll ausleben.
      Ich habe auch den Eindruck das es immer mehr werden – besonders!! auf der Haupttribüne.
      Klar bin ich enttäuscht und auch sauer wenn wir verlieren oder die Mannschaft unmotiviert daherkommt.
      Trotzdem ist das mein Club und wenn ich dem keinen Respekt mehr entgegenbringen kann, dann sollte ich es vielleicht einfach sein lassen ins Stadion zu gehen…

  11. Peter sagt:

    Diese Verhaltensweisen fußen bei den -nennen wir sie jetzt mal- Kurvengängern auf „ich habe Sorge um meinen Verein“, bei den gezeigten Exemplaren wie auf dem Video ist es vornehmlich die „ich hab Geld bezahlt, jetzt gewinnt gefälligst!“. Zwei völlig unterschiedliche Motive, wie ich finde.

    Auch wenn ich Beschimpfungen und Bedrohungen niemals gutheißen werde, aber den einen verstehe ich ein kleines bisschen besser als den anderen.

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