Pro und Contra zum Videobeweis

Helmers Schuss

Das erste seiner Art und immer noch schmerzlich: Helmer schießt vorbei und bekommt trotzdem einen Treffer zugesprochen.

Das gestrige DFB-Sportgerichtsurteil zum Außennetztor kam wohl für niemanden wirklich überraschend kam das abschlägige Ergebnis nicht, die Regularien sind und waren diesbezüglich sehr eindeutig. Da sie jünger sind als unser Fall mit Helmers Nichttor, kann dieses Wiederholungsspiel auch nicht als Präzedenzfall angesehen werden, da sich die Gesetzeslage seitdem nunmal geändert hat.

Während also dieses Urteil absolut nachvollziebar ist, kann man doch nicht umhin gleichzeitig ein wenig zu trauern. Nicht dass Hoffenheim besonders sympathisch wäre – noch immer ist das Entdecken ihres Namens in der Bundesligatabelle ein Ärgernis, auch deswegen, weil wir letzte Saison maßgeblichen Anteil im Endspurt hatten, dass genau das der Fall blieb. Trotzdem ist hier eine Mannschaft betrogen wurden. Das kommt fast jedes Wochenende vor, aber das Ausmaß des falschen Tatsachenentscheids war sicherlich schon besonders.
Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen. Wichtiger als im Nachhinein schlaue Sprüche zu klopfen, wie „der Schiedsrichter hätte das Loch bei der Kontrolle sehen müssen“, „Kießling hätte den Mund aufmachen müssen“ etc. pp., erscheint es, diese massiven Fehlentscheidungen in Zukunft besser zu erkennen.

Die „Ball im Tor“ Technologie, die es wohl bald geben wird, ist dabei ein Start und absolut sinnvoll (anders als die Torlinienrichter, die uns Monsieur Platini auf den Hals hetzte) aber nach Exilfranges Ansicht beileibe nicht genug. Kollege Maddin ist dagegen strikt gegen weitere technische Hilfsmittel. Lest im Folgenden, warum sie die jeweilige Meinung vertreten:

Pro Videobeweis: Exilfrange

Ich bin klar für den Videobeweis und ich halte seine Einführung für kostengünstig, unaufwändig und absolut vereinbar mit dem jetzigen Spielablauf.
Der Hauptkritikpunkt ist ja meist, dass das Spiel dann völlig zerstört und zerhackstückt würde, wenn jede kleinste Entscheidung per Videobeweis langwierig zu überprüfen sei. Dem stimme ich zu, sehe aber nicht, warum das die logische Folge und aus der Einführung dieses Hilfmittels sein sollte.
Es gibt gleich mehrere denkbare Möglichkeiten, den Beweis in seiner Häufigkeit zu beschränken. Man kann jeder Mannschaft z.B. 3 pro Partie geben (oder 2 oder 4, die exakten Zahlen sind hier erstmal nebensächlich). Oder aber nur einen (oder 2..), den man aber behält, wenn der Schiri einem nach Ansicht der Bilder recht gibt. Dh. reklamiert man „zu Unrecht“ (sicherlich Diskussionssache teilweise, aber das ist ein anderes Thema) hat man seinen Videobeweis verwirkt. Besonders letztere Variante würde den Einsatz wohlüberlegt und beinahe taktisch werden lassen. Die NFL nennt ein sehr ähnliches Verfahren „Coach’s Challenge“.Ja, aber die Zeit die das kostet? Ich habe ja bereits dargelegt, wie man den ständigen Einsatz reglementieren könnte. Wenn es um den singulären Vorgang geht: Ja der kostet Zeit. Aber Diskussionen mit Spielern und die vielbenannte Rudelbildung auch. Ich sehe hier eher Einsparungspotential durch den Beweis, denn der Schiri kann dann einfach antworten: „Wünschen Sie einen Videobeweis?“ und die Diskussion ist vorbei. Die Zeit ein paar Zeitlupen abzuspielen ist minimal, die Absprache zwischen 4tem Offiziellen und Schiri erfolgt sowieso, ob Videobeweis oder nicht. Also wo ist jetzt das Problem?

Es mag ja Puristen geben, für die diese Technik ein Affront ist für den Traditionssport Fußball, aber ich sehe nicht, wieso Fehlentscheidungen auf einmal als schützenswertes Gut („Salz in der Suppe“) angesehen werden, wenn gleichzeitig jeder auf den Schiri schimpft und jeder Zuschauer mehr Hilfsmittel zur Bewertung von Spielsituationen zur Verfügung hat als dieser.

Die Argumente des Kollegen Maddin mag ich dabei nicht völlig von der Hand weisen, aber schon jetzt kennen wir mehrminütige Unterbrechungen, weil sich die Schiris absprechen müssen, weil diskutiert wird etc. Da wird ja auch keine Werbeeinblendung gemacht, obwohl das Spiel pausiert. Ob sich dieses Schreckensszenario verwirklichen wird, hängt in meinen Augen weniger an der Art der Unterbrechung (ob durch Videobeweis oder Diskussion auf dem Platz) sondern ob wir Fans zulassen, dass diese Unterbrechungen für Werbung genutzt werden. Die Werbeflut ist definitv etwas, was man im Auge behalten muss, ich sehe aber keinen direkten Zusammenhang zum Videobeweis.
Maddin hat natürlich recht, dass ein Videobeweis keine Garantie gegen Ungerechtigkeiten ist. Er ist lediglich ein Hilfsmittel diese zu vermindern.

Contra Videobeweis: Maddin

Was technische Hilfsmittel zur Feststellung, ob der Ball vor oder hinter der Linie war, angeht: Kein Fußballfan sollte eigentlich etwas gegen dieses Modell haben. Da müssen schon extreme Traditionalisten am Werk sein, die sich jeder Erneuerung versperren. Andererseits habe ich auch noch von niemandem gehört, dass die Einführung von drei Wechseln pro Mannschaft oder das Verbot von Bäumen auf dem Spielfeld (ja, bis 1907 war es theoretisch erlaubt, auf einem Fußballfeld mit Bäumen und Sträuchern Spiele auszutragen!) ein Fehler gewesen sei.Die Torlinientechnik ist für mich unumstritten, solange der Schiedsrichter dafür nicht das Spiel unterbrechen muss. Beim Videobeweis oder der „Coach’s Challenge“ sehe ich die Situation allerdings anders als Kollege Exilfrange. Wir sind hier nicht beim Tennis, wo das Hawk Eye die Challenge ebenso schnell gewährleistet wie die angesprochene Torlinientechnik beim Fußball! Eine Abseitsentscheidung, ein Handspiel im Strafraum, oder ein verstecktes Foulspiel im Moment des Kopfballtreffers – das sind komplexe Vorgänge, die Schiedsrichter auch untereinander diskutieren müssten, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann. Gehen wir davon aus, dass vier Zeitlupen und eine Debatte notwendig sind, landen wir schnell bei Unterbrechungen von mehr als einer Minute.

Das würde vor allem die Fernsehsender freuen! Endlich die Gelegenheit, teure Werbespots während des Spiels zu schalten, noch dazu in Spannungssituationen, bei denen kaum ein Fan wegschalten wird, aus Angst etwas zu verpassen. Selbst mit einer Beschränkung auf eine „Coach’s Challenge“ pro Spiel wäre dies das Einfallstor für Werbung im Profi-Fußball. Hat man die Menschen erst einmal an eine Werbung pro Spiel gewöhnt, ist es viel leichter, auch bei Ecken noch mal schnell Herrn Kahn mit einem Wettschein in der Hand durchs Bild laufen zu lassen. Schon jetzt erdreistet sich ja Sky, 2x pro Halbzeit diese sogenannten „L-Frames“ im laufenden Spiel einzublenden. Insofern wäre es ein fatales Signal, die Zahl der Unterbrechungen für einen vermeintlichen Gewinn an Fairness zu erhöhen.

Diese Fairness wäre übrigens auch weiterhin nicht immer gewährleistet, wenn die „Coach’s Challenge“ eingeführt werden würde. Immer noch käme es auf subjektive Sichtweisen des Schiedsrichters an („war das Handspiel absichtlich?“, „war das Abseits passiv?“) und die Kritik an ihm würde nicht weniger werden, sollte er nicht im Sinne der vermeintlich benachteiligten Mannschaft handeln.

Fazit: Der Aufwand lohnt sich einfach nicht! Fehlentscheidungen sind zwar ärgerlich, aber sie sind auch das Salz in der Suppe des Fußballs. Die Nachteile überwiegen, nicht zuletzt deshalb, weil die Challenge ein Einfallstor für noch mehr Kommerzialisierung wäre. Beim American Football dauert so eine Entscheidungsfindung übrigens schon mal fünf Minuten und länger!

 

Wie seht ihr die Geschichte? Überwiegen die Vor- oder die Nachteile eurer Meinung nach? Habt ihr vielleicht weitere Ideen oder Argumente?
Lasst uns eure Meinung in der Kommentarspalte da!

Bildquelle: fcn.de

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10 Kommentare zu Pro und Contra zum Videobeweis

  1. Seb sagt:

    Naja, ich sag mal so: der Ball vom Kießling war ungefähr genau so weit daneben, wie der Ball der Hoffenheimer am ersten Spieltag in unserer Kiste drin war. „Im Fußball gleicht sich alles aus“ zieht jetzt nicht ganz, da zweimal die Hoffenheimer die A-Karte gezogen haben, aber wenn sie sich jetzt hier so drüber aufregen hätten sie es im Prinzip damals genauso tun müssen.
    Und das zeigt doch schon das ganze Problem: wo sollte man anfangen mit Wiederholungsspielen und wo aufhören? Von daher finde ich das Urteil richtig so (kommt nicht oft vor) – das Problem müsste viel mehr an der Wurzel behoben werden. Und das geht nur mit Chip im Ball / Videobeweis, wie auch immer man das dann ausgestalten möge.

  2. Seb sagt:

    …achja: tendenziell bin ich für den Chip im Ball und nicht den Videobeweis. Diverse TV-Formate, bzw. die Plattform „wahretabelle.de“ beweisen Spieltag für Spieltag, dass auch nach 17 Zeitlupen aus 12 Kameraperspektiven die Meinungen bei diversen Situationen immer noch auseinander gehen und das dann, wie Maddin schreibt, nicht praktikabel ist. Man würde damit auch den Schiedsrichtern keinen gefallen tun, da diese dann die richtige Entscheidung treffen „müssen“, was aber, wie man oft sieht, gar nicht möglich ist, da viele Regeln einfach „Kann-Entscheidungen“ ermöglichen.

  3. fortunecookie sagt:

    Worum geht es bei dieser Diskussion ? um die Länge der Spielunterbrechung ? Mögliche Werbung im Fernsehen ? Um die Wahrheit auf dem Platz ? Um Gerechtigkeit ? Um Objektivität ? Nach meinen bisherigen Erfahrungen sowohl beim American Football als auch bei Feldhockey sowie beim Eishockey geht es meistens um möglicherweise spielentscheidende Situation (Elfmeter, Strafecke, Tor bzw. Touch down, Verwarnungen mit Spielsperre) und nicht um die allerwellts Fouls, Hand- oder Fuss außerhalb von Strafräumen, etc. In den oben genannten Sportarten haben nicht nur die Trainer die Möglichkeit eine Videobeweis zu fordern, sondern auch die Schiris, die davon auch Gebrauch machen (z.B. bei Uneinigkeit). Leider habe ich keine Zahlen vorliegen wieoft der Viedobeweis gefordert wird, aber bei gefühlten 80 % der Spiele die ich verfolgt habe wurde er nicht gefordert. Gleichzeitig ist mir aber aufgefallen, dass wenn er gefordert wurde, dann meistens zu Recht. Mit entsprechender Korrektur der Schiedsrichterentscheidung.

    Und nun frag ich, warum sollte das beim Fussball nicht auch möglich sein ? Das Argument mit der Dauer der Spielunterbrechung wurde vom Exilanten ja schon ausreichend wiederlegt. Auch beim American Football dauert es nicht immer 5 Minuten.
    Wenn ich sehe, wie oftmals Eckstöße, Einwürfe, Abstöße, Spielerwechsel und Behandlungen bei Fouls und den daraus resultierenden Freistößen äußerst bedächtig ausgeführt werden, kommt es mir, auf die Dauer für eine evtl. spielentscheidende Korrektur einer Tatsachenentscheidung, nicht an. Die Schiris haben bei den oben genannten Spielszenen auch die Möglichkeit das Spiel zu beschleunigen. (Wenn beim Basketball 30 sek. pro Angriff gilt, dann bei Ecken in Zukunft 15 sek. – nur so als Gedanke. Somit bleibt auch keine Zeit für Werbeeinblendungen.) Beim Feldhockey ist es zudem so, das die Zuschauer die selben Bilder die sich der Schiedsrichter ansieht auf Videotafeln gezeigt bekommen, was sich durchaus beruhigend auf die Gemüter wirkt.
    Es erschließt sich mir auch nicht, warum einem Schiedsrichter die Möglichkeit einen Fehler zu korrigieren, unter zu Hilfenahme techn. Hilfsmittel, verwehrt sein sollte. Und wie bei jedem Richterspruch muß es einem auch im Sport gestattet sein – Einspruch zu erheben, und dies unmittelbar, womit auch Diskussionen über Wiederholungsspiele ja oder nein überflüssig sind.
    Ach noch was zur Werbung… die Eggnsschdadisdig wärd Ihnen foon Gulmbacher bräsendiert.

    • Exilfrange sagt:

      Yay ein verbündeter 😉 super kommentar mit wie ich finde sehr schlüssiger argumentation. @ Maddin: kannst einpacken 😀

  4. Zaphod sagt:

    pro Mittelweg!
    Da habt ihr sehr schön eure Argumente dargelegt. Ich bin neben der Einführung der Torlinientechnologie ganz klar für die Einführung des Videobeweises aber ganz klar gegen die ‚Coachs Challenge“. Ein Zerhackstücken des Spiels wäre fatal, ganz klar.
    Aber warum nicht eine Art des Videobeweises in Anlehnung an den Hockeysport? Der 4. Schiedsrichter hat Zugang zu den Videoaufzeichnungen und unterstützt die anwesenden Schiedsrichter bei Entscheidungen, die schnell zu revidieren wären.
    Er korrigiert quasi schnell zu korrigierende Entscheidungen. Alle anderen Entscheidungen unterliegen weiterhin der Tatsachenentscheidung des Schiedrichters auf dem Feld, die korrigierten Entscheidungen gelten als Tatsachenentscheidung des gesamten Schiedsrichtergespanns, Coaches und Spieler mischen sich nicht ein und das Spiel wird nicht zerhackstückt.
    Ganz klar werden dadurch nicht alle Fehler ausgemerzt, es werden aber eine Reihe an Fehlern reduziert. Wichtig ist, dass sich der 4. Schiedsrichter bei unklaren, kniffligen Entscheidungen eben nicht einmischt. Eben nur bei Entscheidungen die auf Kameraaufnahmen klar zu revidieren sind. Und hier sehe ich die Hauptschwierigkeit. Knifflige Handspielentscheidungen, Fouls im Strafraum (wie zB Stark letzte Woche) bleiben Entscheidungen auf dem Feld. Auslegung der Bestrafung bei Fouls ebenso. usw
    Aber wo hätte es für alle Vorteile?
    Treffer nach deutlicher Abseitsstellung, Fehlerhafter Elfmeterpfiff oder ausbleibender Elfmeterpfiff wenn das Spiel zeitnah unterbrochen wird. Verdeckte Tätlichkeiten könnten noch bei der nächsten Spielunterbrechung bestraft werden, Rangeleien unmittelbar korrekt bestraft werden.
    Also ich sehe hier mehr Vorteile als Nachteile. Aber ganz klar unter der Voraussetzung: keine zeitaufwendige Challenge!

    • Exilfrange sagt:

      auch die Challenge könnte bei entsprechenden Regeln schnell ablaufen.
      Zb: Bei nicht eindeutiger Zeitlupe wird die Tatsachenentscheidung nicht revidiert.

  5. fortunecookie sagt:

    aber beim Hockey gibt es sehr wohl die Coaches Challenge, nur wird sie halt nicht immer benutzt. Weshalb werden den Buli-Trainern gleich ein Mißbrauch der Challenge, um das Spiel zu verhackstücken, unterstellt ?

  6. Zaphod sagt:

    Ich würd gern nochmal nachhaken. Ich bin weiter gegen die Challenge und eher dafür, dass eben ein weiterer Schiedsrichter durch Hinzunahme von Kameraaufnahmen unterstützend wirken kann.
    Klar könnte man es jetzt mit Reuter halten: „Zwei Blinde sehen auch nicht blinder als einer“. Ich glaube aber weiter an die Vorteile auch wenn es eine Umgewöhnung speziell für die Zuschauer im Stadion wäre. Da geänderte Entscheidungen schwer nachvollziehbar im weiten Rund sind. Hier würde dann nur ein Einblenden der Szene helfen.
    Warum ich grad jetzt nochmal darauf komme? Im Endeffekt haben wir am Freitag (Stuttgart-Dortmund) gesehen wie sowas ablaufen würde, nur dass hier der Linienrichter eingegriffen hat und kein „TV Beobachter“. Für manche war es, nun ja, gewöhnungsbedürftig, die Revidierung des Elmeterpfiffs war aber korrekt.
    Tatsachenentscheidung, bzw Korrektur blieb somit bestehen und es gab keine wirkliche Verzögerung. So in etwa würde ich mir eine Fehlerminimierung vor, ohne groß in den Spielverlauf einzugreifen.
    Damit das auch klappt, müssen die Schiedsrichter allerdings auf diese Interaktion vorbereitet und geschult sein. Sie müssen sich wirklich ergänzen, damit am Ende nicht so ein Schwachsinn wie diese Torlinien Deko-Männchen bei rum kommen.
    Ein weiterer Grund warum ich gegen die Challenge bin, ist die zu starke Emotionalisierung. Ich bin der Meinung, dass die TV Bilder bei den TV Zuschauern bleiben sollte, bis die Entscheidung gefallen ist. Die Grenze zwischen Eindeutig und nicht eindeutig ist nun mal fließend. Dann wird eine Challenge nicht so durchgeführt wie es dem einen Trainer behagt und schon ist unnötig Stimmung erzeugt. Ich bleibe der Auffassung, Trainer und Spieler sollten sich weiterhin nur um ihr Belang kümmern und das sind keine Regelentscheidungen

  7. the4tunate1 sagt:

    Hallo Exilfrange,

    Ich will mal kurz jedes deiner Argumente widerlegen:

    1. kostengünstig
    Keine Technik in allen Stadien anzuwenden würde der Liga vermutlich jährlich einen 6 oder 7-stelligen Betrag sparen (Schätzung meinerseits). Für Zweit- und Drittligavereine sind die Kosten deutlich spürbarer als die deutschen Topmannschaften.

    2. unaufwendig
    wie mans nimmt.

    3. vereinbar mit dem Spielablauf / keine Zerhackstückelung des Spiels
    Hast du ja schon selbst entkräftet. Daher dein Lösungsvorschlag (4)

    4. Häufigkeit beschränken und jeder Mannschaft 1 bis 4 Challenges geben.
    Beim Football gehen Spiele nicht selten 40 zu 30 oder noch höher aus. Es wird bis 15 Mal gepunktet. Beim Tennis werden in 5-Satzmatches 100 bis 200 Punkte oder mehr gespielt. Das Prüfen von einem dieser 200 Punkte ist also nur sehr selten spielentscheidend.
    Beim Fußball kann ein Tor ALLES entscheiden. Eine Begrenzung der Challenges halte ich daher für nicht ratsam.
    Klar, ist das ALLESentscheidende Tor auch ein Argument um zu sagen, wir brauchen den Videobeweis. Aber erstens ist dem mit einer begrenzten Anzahl von Challenges nicht Sorge getragen. Zweitens müsste man Torlinie/Abseits/Foul/Einwurf, einfach alles prüfen um dem Anspruch gerecht zu werden. Das ist Quatsch.
    Und du selbst sagst ja, dass es oft diskutabel ist ob ein Spieler im Abseits ist oder ob ein Halten für einen Elfmeterpfiff ausreicht. Was bringt da der Videobeweis?
    Plus: Die Diskussionen gingen von vorne los, wenn eine Mannschaft benachteiligt würde, aber keine Challenge mehr hätte. Dann würde diskutiert werden wie viele Challenges es denn nun geben soll.

    5. Videobeweis kostet weniger Zeit
    Ich gehe nicht davon aus, dass mit der Frage des Schiris nach dem Videobeweis vom einen auf den anderen Moment alle Proteste verstummen.

    6.
    Ich gebe dir recht, dass es etwas paradox ist auf dem Schiri rumzuhacken und gleichzeitig den Videobeweis nicht zu wollen.
    Ich persönlich bin niemand der auf dem Schiri rumhackt und denke wir sind allgemein auf einem guten Weg, dass das weniger wird. Eugen Striegel plädiert noch ein paar Mal dafür und dann läuft das ;). Strafen wie gegen Klopp können auch dazu beitragen.

    Gruß

    • Exilfrange sagt:

      Hi, habe den Kommentar leider erst jetzt gesehen:

      Zu den Kosten. Klar ist das Geld, aber letztlich im Geschäft Fußball insgesamt Peanuts. Für Überlegungen, kleineren Vereinen dabei entgegenzukommen bin ich natürlich offen.
      Zudem wird die Technik zunehmend günstigen.
      Also ja, die Kosten sind da, aber ich sehe sie nicht als echtes Hindernis.

      2.Das wird einmalig installiert und fertig. Klar muss das alles gewartet und kalibriert werden, aber andere Sportarten zeigen, dass das völlig klar geht.

      3. und 4. Über die genaue Anzahl kann man diskutieren und der Videobeweis löst auch nicht alle Probleme der Unfairness. Die Frage ist: Bringt er eine Verbesserung?
      Ich glaube ja, da er einen neuen Betrachtungswinkel für den Schiri ermöglicht. Es mag neue Streitpunkte geben, aber doch nur da, wo es eh schon Stress gegeben hätte. Dh. in dem Fall keine Verschlimmerung + Verbesserungen bei eindeutigen Fehlentscheidungen, die bisher nicht revidierbar waren.

      5. Natürlich nicht. Aber ich schilderte im Text bereits ein anderes Beispiel. Verzichtet die Mannschaft auf den Beweis, scheint sie ja selbst nicht sehr überzeugt zu sein. Ende der Diskussion. Das kann Zeitvorteile erbringen.

      Also sorry, ich respektiere deine Meinung, aber widerlegt sehe ich mich jetzt nicht, schon gar nicht in jedem einzelnen Punkt 😉
      Danke aber die Anregungen zum Nachdenken.

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