Always carry a number – ACAN

In der Vergangenheit hat die IG Zukunft neben Spielberichten und -analysen sich auch

All Cops are Nameless

Always Carry A Number

schon oft zu Fanthemen geäußert. Als wir nun auf die Aktion ACAN – Kennzeichnungspflicht (KLICK! für die Facebook Seite) für Polizisten aufmerksam gemacht wurden, baten wir um eine kurze Erklärung der ganzen Aktion.

Die folgenden Zeilen wurden uns zugesandt und wir wollen sie Euch nicht vorenthalten. Eure Meinung könnt Ihr Euch so am besten selbst bilden.

ACAN? Eine weitere pauschalisierende Beleidigung für Polizeibeamte?

Nein, ACAN ist ein Zusammenschluss von Fangruppen aus dem ganzen Bundesland Bayern, die sich für die Einführung einer Kennzeichnungspflicht für Polizisten im Freistaat einsetzen. Der Name der Kampagne ist die Abkürzung für wahlweise „Always Carry A Number“ oder „All Cops Are Nameless“.
Seit langer Zeit bemängeln nicht nur Fußballfans die Anonymität der Beamten -insbesondere in Hundertschaften-, was eine Strafverfolgung bei Vergehen erschwert oder oft ganz unmöglich macht. So kam in den letzten Jahren vermehrt die Forderung nach einer individuellen Kennzeichnung für alle oder zumindest für die Polizisten, die in Hundertschaften oft vermummt und/oder mit Helm arbeiten, auf. Wie diese Kennzeichnung genau aussehen kann oder soll, darüber besteht oftmals noch keine Einigkeit. Aber egal ob man die Uniform der Polizisten mit ihrem Namen, einer eigenen Nummer oder einem individuellen Symbol versieht, wichtig ist doch am Ende nur, dass diese Kennzeichnung im Falle einer Anzeige von einem Gericht zweifelsfrei einem bestimmten Polizisten zugeordnet werden kann. Vehement dagegen sind hauptsächlich Polizeigewerkschaftler und Politiker, insbesondere aus den Reihen der „Christdemokraten“. Die, sowieso schon sehr wenigen, Argumente lassen sich meist sehr leicht entkräften oder gar ganz widerlegen.
Sehr häufig hört man das Argument, dass eine individuelle Kennzeichnung mit Namensschildern die Persönlichkeitsrechte der Polizisten verletzen würde und dies auch zu Angriffen im Privatleben führen könnte. Dies steht zwar den Erfahrungen aus anderen Ländern mit Kennzeichnungspflicht entgegen, dass man aber nicht dauerhaft mit einem Namensschild am Körper herumlaufen will ist für mich schon nachvollziehbar. Eine nummerische oder symbolische Kennzeichnung schließt das aber in keinster Weise aus. Oft wird auch argumentiert, dass Polizisten sich mit vermummten Demonstranten oder Fußballfans auseinandersetzen müssen und diese dann ja „ebenso gekennzeichnet werden müssten.“
Auch diese Argumentation ist keineswegs haltbar. Erstens begeht ein normaler Bürger bereits mit dem bloßen Mitführen von Gegenständen, die zur Vermummung dienen könnten, eine Ordnungswidrigkeit, oder, vermummt er sich wirklich, eine Straftat. In Zeiten der fast lückenlosen polizeilichen Videoüberwachung in Stadien und bei Demonstrationen ist die Verfolgung von Straftaten, auch von vermummten Tätern, meist ohne größere Probleme machbar. Zweitens darf sich staatliches Handeln in einem Rechtsstaat nicht an Straftätern auf der anderen Seite messen lassen. Straftaten auf Seiten der Bürger rechtfertigen keine Straftaten durch Polizisten. Auch Befürchtungen, dass Polizisten, die im Konfliktfall überreagieren, unverhältnismäßig vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden, erscheinen in Anbetracht der bisherigen Erfahrungen in Gerichtsverfahren gegen Polizisten als völlig haltlos.
Oft wird auch darauf verwiesen, dass ein Polizist auf Nachfrage sowieso schon dazu verpflichtet ist, seinen Namen und Dienstnummer zu nennen. Dass dies in der Praxis, insbesondere in turbulenten Situationen, oft ein Ding der Unmöglichkeit ist, muss man wohl nicht weiter erklären.
In den Wahlprogrammen zur Landtagswahl in Bayern fällt auf, dass sich von den bekannten Parteien nur die CSU mit den bekannten Argumenten gegen eine Kennzeichnung stellt.
Alle anderen Parteien sprechen sich für eine Kennzeichnung aus. Aber auch das muss man mit Vorsicht genießen, SPD und Grüne haben sich beispielsweise auch in Bremen und Baden-Württemberg für eine Kennzeichnung stark gemacht und auch in den Koalitionsverträgen vereinbart, durchgesetzt wurde sie in beiden Fällen nach mittlerweile über zwei Jahren noch nicht.
Solange sich die Polizei noch solch skandalöse Einsätze bei Demonstrationen (Stuttgart 21, Blockupy) und Fußballspielen wie bei unserem letzten Auswärtsspiel in Frankfurt oder vor zwei Wochen gegen unsere Freunde von Schalke 04 leistet – um nur mal zwei aus vielen zu nennen, die für die meisten Glubbfans wahrscheinlich ein Begriff sein werden – liegt es also an uns und den Medien solche Verfehlungen öffentlich zu machen und Druck auf die Regierung, egal in welcher Farbkonstellation, aufzubauen um endlich die überfällige Kennzeichnungspflicht zu erreichen.

Die Facebookseite der Kampagne findet man hier: https://www.facebook.com/acanbayern

Always carry a number

All cops are nameless

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Ein Kommentar zu Always carry a number – ACAN

  1. Fred sagt:

    Nur mal am Rande:Es müsste grammatikalisch korrekt always wear a number und nicht carry heißen…

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