Die Spieltagsvorschau: FCN gegen Fortuna Düsseldorf – oder „Sommerfußballer gegen verwundetes Raubtier im Überlebenskampf“

Maddins Kommentarecke

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So richtig will kein Zug mehr reinkommen bei den Jungs am Valznerweiher. Michael Wiesinger hat heute bei seiner doch recht kurzen 9-Minuten-Pressekonferenz sogar gesagt, dass „Lockerheit“ und „Spaß“ auch dazugehören, und offenbar wurde auch das wöchentliche Trainingspensum schon deutlich reduziert. Da kann er noch sehr davon reden, dass wir das „Zünglein an der Waage“ im Abstiegskampf sein können – ich nehme es ihm nicht mehr so ganz ab. Die Saison ist für den 1. FC Nürnberg wohl gelaufen, wir können einfach nur froh sein, dass es schon langweilig ist, sollen die anderen doch um ihr Leben rennen. Abstiegskampf? Nicht hier! 

Markus Mendler

Auf dem Sprung zur echten Alternative oder Talent ohne Durchbruch?
Am Samstag könnte sich für Mendler eine neue Chance bieten, sich zu beweisen.

Beim Club verabschieden sich so nach und nach auch einige der Top-14-Spieler vorzeitig in die Sommerpause. Chandler hat sich wirklich schwerer verletzt, Nilsson fällt auch aus und Kiyotake ging nach 20 Minuten Training schon mal in Richtung Kabine (obwohl von außen keine Verletzungen zu erahnen waren). Es ist natürlich eine Chance für die zweite Garde, sich doch noch mal beweisen zu können in dieser Saison, in der die Anfangsformation recht schnell feststand und vergleichsweise sehr wenig rochiert wurde. Die Frage Pinola vs. Plattenhardt stellt sich jede Woche aufs Neue – ich würde Pino mal wieder vorziehen. Im Sturm ist es so ziemlich egal, wen wir aufbieten, dieses Jahr werden wir keinen atemberaubenden Knipser mehr ausgraben können. 

Ich würde mich aber freuen, wenn zum Beispiel ein Mendler mal für mehr als 10 Minuten beweisen dürfte, was er im Training durchaus schon andeutet. Da ist definitiv Talent vorhanden, und bei praktisch nicht existentem Risiko kann man mit seiner Startelfnominierung auch wenig falsch machen.

Ein paar Worte zur Fortuna, dem verwundeten Raubtier im Überlebenskampf: Eine mehr als solide Hinserie wurde zerstört durch eine entsetzlich schlechte Rückrunde: Die Statistik des Grauens weist zuletzt 3 Niederlagen am Stück aus, wobei in den letzten 10 Spielen kein Sieg gelang. Der letzte Sieg war am 22. Spieltag – gegen den Tabellenletzten aus Fürth (gut, gegen die gewinnt ja eh jeder… (der angedeutete Lacher bleibt mir gerade selbst im Halse stecken)). 9 Punkte brachte man in der Rückrunde zustande. 

Woran liegt‘s bei der Fortuna? Individuelle Fehler dominieren ihre Auftritte, dazu kommt eine chronische Abschlussschwäche, die die Früchte der zuvor geleisteten „ehrlichen“ Fußballarbeit zunichte macht. Kämpferisch ist das Team intakt, niemand hat sich dort aufgegeben. 

Meisterschaftsendspiel 1936

Das Meisterschaftsendspiel 1936 gegen die Fortuna war ganz sicher eine Partie mit gänzlich anderer Bedeutung als der fast schon bedeutungslose Kick am Samstag, trotzdem gilt es für unsere Jungs, nach 4 Niederlagen in Folge wieder das Ruder rumzureißen.

Aus der erwarteten Aufstellung möchte ich nur kurz drei Spieler hervorheben: Giefer ist ein Torhüter, der sein großes Talent schon häufiger angedeutet hat. Aus ihm wird wohl mittelfristig ein überdurchschnittlicher Bundesligatorhüter. Momentan erlaubt er sich aber zu viele Fehler, die in der ersten Liga eigentlich immer bestraft werden. Mit Reisinger hat die Fortuna auch noch einen Oldie, der weiß, wo die Kiste steht und geradezu phantomesque Tore fabrizieren kann. Der Dritte im Bunde ist Schahin, ein weiteres Riesentalent, das wohl nicht mehr allzu lange in den Reihen eines Abstiegskandidaten zu halten sein wird. Der Rest ist allerhöchstens Mittelmaß und sollte für unsere Jungs absolut kontrollierbar sein.

Obwohl es für uns um nichts mehr geht, ist morgen ein wichtiges Spiel. Erstens werden wir in die Abstiegsentscheidung aktiv eingreifen, was einen lahmen Auftritt eigentlich verbietet und zweitens begleiten über 7000 Clubberer die FCN-Elf in die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens. Nach der sinnlosen und ärgerlichen Tour in Hopps Heimatdorf wäre ein Sieg eine recht schöne Entschädigung. Nürnberg als Tourist am Bundesliga-Abgrund – es gibt schlimmere Vorstellungen an einem vorletzten Spieltag. Ich kann es mir zwar nicht so recht vorstellen, aber vielleicht gewinnen die Sommerfußballer ja gegen das halbtote Raubtier.

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3 Kommentare zu Die Spieltagsvorschau: FCN gegen Fortuna Düsseldorf – oder „Sommerfußballer gegen verwundetes Raubtier im Überlebenskampf“

  1. Laubi sagt:

    Schön, geschrieben, Maddin!

    Ich denke, so kann man das recht gut zusammenfassen.
    Persönlich gehe ich mit wenig Erwartungen in den Spieltag. Auch bei mir hat sich eine gewisse Emotionslosigkeit breit gemacht.

    „Mal sehen“ – ist wohl nicht die schlechteste Einstellung derzeit. 😀

    Grüße!

  2. Exilfrange sagt:

    Du hast Robbie Kruse vergessen, hätte ich gern bei uns gesehen.

    • Maddin sagt:

      Ja, den Kruse hätte ich in der Hinrunde wohl auch nicht vergessen. Wurde in letzter Zeit doch merklich stiller um ihn, würde ich sagen.

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